03.11.2017 - 20:02 Uhr
Deutschland & Welt

Migration über das Mittelmeer geht deutlich zurück 588 Bootsflüchtlinge bei dramatischer Aktion gerettet

Genf/Berlin. (epd/KNA) Im italienischen Hafen Vibo Valentia sind am Freitag 588 Bootsflüchtlinge eingetroffen, die am Mittwoch aus Seenot gerettet worden waren. Unter den Flüchtlingen waren 20 schwangere Frauen und 90 unbegleitete Kinder. "Ärzte ohne Grenzen" und "SOS Mediterranée" sprachen von einer dramatischen Rettungsaktion, bei der trotz aller Bemühungen mehrere Menschen ertrunken seien. Die Zahl der Toten sei nicht bekannt.

von Agentur EPDProfil

Seit Anfang des Jahres erreichten laut den Vereinten Nationen mehr als 150 000 Menschen Europa auf dem Seeweg über das Mittelmeer. Das sind weniger als halb so viele, wie es im selben Zeitraum 2016 waren (knapp 335 000). Grund für den Rückgang ist die Schließung der sogenannten Balkanroute über Griechenland. Mindestens 2 839 Flüchtlinge starben bislang in diesem Jahr bei der gefährlichen Überquerung des Mittelmeers, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es von Anfang Januar bis Anfang November 4150 Tote, doch die Dunkelziffer könnte nach IOM-Angaben deutlich höher liegen. Die meisten von ihnen ertranken. Die IOM rechnet damit, dass im Gesamtjahr 2017 weniger als 200 000 Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gelangen werden. Auf dem Höhepunkt der Flucht- und Migrationsbewegung kamen 2015 mehr als eine Million Menschen über das Mittelmeer nach Europa.

Drei von vier Geflüchteten, die heuer die gefährliche Überquerung des Mittelmeers wagten, erreichten Europa an den Küsten Italiens. Die anderen verteilten sich laut IOM auf Griechenland, Zypern und Spanien. Die Herkunftsländer der Menschen, die 2017 ankamen, lagen den Angaben nach hauptsächlich in Afrika.

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