Ministerin will Eltern in teuren Wohngegenden helfen
"Familienbaugeld" von bis zu 20 000 Euro

Berlin. Bauministerin Barbara Hendricks will Familien mit bis zu 20 000 Euro unter die Arme greifen, wenn sie in Gegenden mit knappem Wohnraum ein Eigenheim kaufen oder bauen. Der Zuschuss zum Eigenkapital richte sich nach der Zahl der Kinder, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Berlin. Fürs erste Kind solle es 8000 Euro geben, für die nächsten beiden je 6000. Den Zuschuss sollen Eltern bekommen, die über höchstens 70 000 Euro Haushaltseinkommen im Jahr verfügen - Hendricks zufolge wären das etwa 80 Prozent der Familien.

Sie sei darüber in "guten Gesprächen" mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), sagte die Ministerin. Sie hoffe sehr, dass die Pläne noch vor der Bundestagswahl 2017 umgesetzt werden könnten. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte: "Es handelt sich augenscheinlich um eigene Überlegungen aus dem Bundesbauministerium. Uns liegt kein Konzept vor, daher können wir das nicht kommentieren."

Offen ist Hendricks zufolge, wie das sogenannte Familienbaugeld im Detail organisiert wird - etwa, ob es einen Rechtsanspruch geben soll oder eine bestimmte Fördersumme pro Jahr, die bei großer Nachfrage irgendwann erschöpft wäre. Wo in Deutschland gefördert würde, steht dagegen schon fest: In Gebieten mit hoher Nachfrage nach Wohnraum, in denen die Mietstufen vier bis sechs, die Mietpreisbremse oder die Kappungsgrenze gelten.

Hendricks geht es nach eigenen Angaben darum, mit dem Zuschuss zum Eigenkapital Familien den Zugang zu Krediten zu erleichtern. Natürlich würden die Banken weiter die Kreditwürdigkeit prüfen, sagte sie. "Das wird sich nicht ändern." Aber Familien, die einen Kredit für ein Eigenheim bekämen, könnten ihn in der Regel auch bedienen, da sie zuvor ja Miete gezahlt hätten.

2006 hatte die Bundesregierung mit der Eigenheimzulage eine der umfangreichsten Steuervergünstigungen in Deutschland abgeschafft. Wer sie davor beantragt hatte, bekam sie aber noch acht Jahre lang. Das Bauministerium legt wert darauf, dass es die Zulage nicht wieder einführen will.
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Johann Strasser aus Winklarn | 01.12.2016 | 10:32  
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