09.03.2018 - 21:40 Uhr
Deutschland & Welt

Ministerriege komplett Zehn Neulinge in Merkels Kabinett

Sieben Frauen, neun Männer und insgesamt zehn Neulinge: Das ist das neue Bundeskabinett. Die SPD hat die Ministerriege komplettiert und will den Teamgedanken stärken. Am Mittwoch geht es an die Arbeit.

Die designierte Umweltministerin Svenja Schulze. Bild: Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Die vierte Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist komplett. Nach CDU und CSU benannte am Freitag auch die SPD ihre sechs Minister für das neue Kabinett, das fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl am nächsten Mittwoch vereidigt werden soll. Vizekanzler und Finanzminister soll Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz werden. Heiko Maas wechselt vom Justiz- ins Außenministerium, neuer Arbeitsminister wird der Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Generalsekretär Hubertus Heil aus Niedersachsen. Die bisherige Familienministerin Katarina Barley, eine Juristin, übernimmt das Justizressort. Die beiden größten Überraschungen: Die bisherige Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Neukölln, Franziska Giffey, wird Familienministerin, die frühere nordrhein-westfälische Forschungsministerin Svenja Schulze soll das Umweltressort leiten.

"Wir haben uns vorgenommen, ein gutes Team aufzustellen, das hervorragend zusammenarbeiten kann", sagte Scholz bei der Vorstellung der Minister in der Berliner Parteizentrale. Hinter den Kulissen hatte es in der SPD heftige Debatten über die Ministerriege gegeben - komplizierte interne Proporzregelungen erschwerten die Vergabe der Posten. Drei SPD-Minister scheiden aus dem Kabinett aus: Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Umweltministerin Barbara Hendricks und Außenminister Sigmar Gabriel. Letzterer wäre gerne im Amt geblieben, hatte aber keinen Rückhalt in der Parteispitze. Der frühere SPD-Chef ist der beliebteste und erfahrenste aktive SPD-Politiker.

Die Nachfolge tritt nun mit dem Saarländer Heiko Maas jemand an, der international kaum in Erscheinung getreten ist. Die designierte Parteichefin Andrea Nahles würdigte aber, dass Maas schon als Justizminister "diplomatisches Geschick und Standfestigkeit" bewiesen habe. Angeführt werden die SPD-Minister von Scholz, der bereits von 2007 bis 2009 Arbeitsminister unter Merkel war. Nahles nannte den designierten Vizekanzler einen "großen Gewinn für die Bundespolitik". Seite 4

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