Moskau zeigt sich verärgert und spricht von Invasion
USA übernehmen russisches Konsulat

San Francisco/Moskau. Unter Protest Moskaus haben die USA die Kontrolle über das russische Konsulat in San Francisco und zwei Gebäude in Washington und New York übernommen. US-Sicherheitskräfte durchsuchten am Samstag die Vertretungen, nachdem die diplomatische Immunität für beendet erklärt worden war. Das russischen Außenministerium teilte am Sonntag mit, man betrachte "den Schritt als offen feindlichen Akt und groben Verstoß Washingtons gegen das Völkerrecht".

Damit spitzt sich die Krise zwischen den USA und Russland weiter zu. Am Donnerstag hatte Washington Moskau aufgefordert, das Konsulat sowie die zwei Abteilungen in New York und Washington kurzfristig bis Samstag zu schließen. Es war der jüngste Schritt in einem seit Monaten andauernden Schlagabtausch. Zuletzt mussten die USA ihre Belegschaft in den Vertretungen in Russland um Hunderte Mitarbeiter verkleinern. Im Dezember hatte der damalige US-Präsident Barack Obama 35 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Das russische Außenministerium bestellte am Samstag Anthony Godfrey ein, die Nummer 2 der US-Botschaft in Moskau, und überreichte ihm eine Protestnote wegen der angekündigten Durchsuchungen. Beim späteren Einsatz der US-Sicherheitskräfte seien zwei Vertreter der Botschaft zugelassen gewesen, sagte ein russischer Diplomat.

Wie es aus Diplomatenkreisen hieß, sollen die Gesandten aus dem Konsulat in San Francisco nun in der Botschaft in Washington mitarbeiten. In San Francisco waren demnach 35 russische Diplomaten stationiert. Am Freitag hatte Rauch über dem Konsulat für Aufregung gesorgt. Die Feuerwehr musste nicht eingreifen, weil der Rauch aus dem Schornstein kam. Der russische Vize-Konsul, Andrej Warlamow, sagte dem "San Francisco Chronicle", Mitarbeiter hätten Visa-Unterlagen mit vertraulichen Dokumenten verbrennen müssen.
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