Mutmaßliche Terror-Attacken
Schrecksekunden in London und Brüssel

Ein Polizist vor dem Buckingham-Palast. Hier hatte die Polizei am Freitag einen Mann mit einem Messer festgenommen. Bild: Lauren Hurley/dpa

London/Brüssel. Nach dem Zwischenfall mit einem Schwert vor dem Buckingham-Palast hat die Londoner Polizei einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Ermittelt wird gegen beide Männer wegen Terrorismus. Zugleich riefen die Sicherheitsbehörden vor einem großen Straßenkarneval in London die Bevölkerung zu Wachsamkeit auf. Die Terrorgefahr in Großbritannien bleibe hoch, teilte der Kommandeur der Londoner Anti-Terror-Einheit, Dean Haydon, am Samstag mit. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben ein bislang beispielloses Aufgebot in Marsch, um am Sonntag und Montag den Straßenkarneval in Notting Hill im Westen Londons zu schützen. Nach Angaben der "Sunday Times" waren rund 8000 Polizisten im Einsatz.

Dem Großeinsatz der Polizei war am Freitagabend ein Zwischenfall vor dem Buckingham-Palast vorausgegangen. Dabei wurde ein 26 Jahre alter Mann festgenommen, der möglicherweise einen Angriff auf Polizisten plante. Der Mann hatte seinen Wagen direkt vor einem Polizeifahrzeug gestoppt, wie die Polizei weiter mitteilte. Als die drei unbewaffneten Polizisten auf ihn zugegangen seien, habe er versucht, an ein rund 1,20 Meter langes Schwert im Fußraum der Beifahrerseite zu gelangen. Er habe mehrfach "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen. Der Mann sei schließlich mit Tränengas-Spray außer Gefecht gesetzt worden. Der Festgenommene stammt den Angaben zufolge aus der nördlich von London gelegenen Stadt Luton.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich unterdessen zu der Messerattacke auf Soldaten in der Brüsseler Innenstadt bekannt. Ein "Soldat" des IS habe den Angriff ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Samstag im Internet. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet. Bei der Messerattacke am Freitagabend wurden zwei Soldaten leicht verletzt. Der Angreifer wurde angeschossen und starb später im Krankenhaus.

Der Mann war mit einem Messer auf drei in der Innenstadt patrouillierende Soldaten von hinten mit einem Messer losgegangen und hatte dabei ebenfalls "Allahu akbar" gerufen. Der 1987 geborene Belgier somalischer Herkunft hatte neben der Stichwaffe auch die Attrappe einer Feuerwaffe und zwei Ausgaben des Koran bei sich, wie es hieß. Die Staatsanwaltschaft erklärte: "Die Ereignisse wurden als versuchter terroristischer Mord eingestuft." Ein auf Terrorismus spezialisierter Ermittlungsrichter habe den Fall übernommen.
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