05.02.2018 - 18:18 Uhr
Deutschland & Welt

Nach Schüssen von Macerata Schütze hatte mehr Migranten im Visier

Rom. Nach dem rassistischen Angriff auf Afrikaner in Italien heizen Parteien im Wahlkampf den Streit um das Thema Migration weiter an. Der ehemalige Ministerpräsident und Chef der Partei Forza Italia, Silvio Berlusconi, nannte Migranten "eine soziale Bombe, die jederzeit explodieren kann". Am Samstag hatte ein Mann in der Stadt Macerata in den Marken aus einem Auto heraus das Feuer auf Migranten eröffnet und sechs Afrikaner verletzt. Der italienische Innenminister Marco Minniti sprach von einem rassistischen Hintergrund. Berlusconi nannte die Tat am Montag "unfassbar". "Nur ein Gestörter kann so eine Sache machen." Berlusconi ist im Wahlkampf eine Allianz mit der rechtspopulistischen Lega eingegangen. Der mutmaßliche Täter von Macerata war 2017 bei Kommunalwahlen für die Lega angetreten. Lega-Chef Matteo Salvini twitterte am Montag, es sei die "unkontrollierte Einwanderung", die zu "Chaos, Wut und sozialen Zusammenstößen" führe. Am 4. März wählt Italien ein neues Parlament.

von Agentur DPAProfil

Am Montag wurde bekannt, dass der Schütze von Macerata wohl noch weitere Migranten im Visier hatte. Neben den sechs Verletzten habe der Täter auf fünf weitere Ausländer gezielt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der 28-Jährige habe bei seiner Vernehmung angegeben, dass er den Mord an einer 18-Jährigen rächen wollte, die ein Nigerianer umgebracht haben soll. Das Mädchen war zerstückelt gefunden worden. Eigentlich habe er den Nigerianer, der in Untersuchungshaft sitzt, töten wollen - habe es sich aber anders überlegt, und auf der Straße Menschen angeschossen, so die Staatsanwaltschaft laut Ansa.

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