Neue Töne aus Riad
Saudischer Prinz: Israelis haben Recht auf eigenes Land

Washington. Das Königshaus Saudi-Arabiens hat dem israelischen Volk nach jahrzehntelanger Gegnerschaft überraschend das Recht auf einen eigenen Staat zugebilligt. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte dem US-Magazin "The Atlantic": "Ich glaube, dass Palästinenser und Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben." Um für alle in der Region Stabilität zu gewährleisten und "normale Beziehungen" zu unterhalten, bedürfe es jedoch eines Friedensabkommens, sagte er.

Der Sohn von König Salman gilt als starker Mann in dem nach streng islamischen Grundsätzen regierten Königreich. Saudi-Arabien hat bislang keine diplomatischen Beziehungen zu Israel, ist allerdings nach Einschätzung von Beobachtern grundsätzlich zu einer Normalisierung des Verhältnisses bereit. Gleichzeitig unterstützt es die Palästinenser. Auf die Frage, ob er religiös begründete Einwände gegen die Existenz Israels habe, sagte der 32-Jährige: "Wir haben religiöse Bedenken in Bezug auf die Zukunft der heiligen Moschee in Jerusalem und die Rechte des palästinensischen Volkes." Er glaube, "dass jedes Volk, überall, das Recht hat, in seinem friedlichen Staat zu leben".

Die Außenpolitik Riads ist vor allem von der Konkurrenz zum Erzfeind Iran geprägt: Das sunnitische Saudi-Arabien ist zutiefst verfeindet mit dem schiitischen Iran und befürchtet, dass dessen Einfluss in der Region wachsen könnte.
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