19.04.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Neue Vorgaben für Notfallkliniken: Wege zur Notaufnahme könnten länger werden

Berlin. Patienten werden in Notfällen künftig voraussichtlich weniger Krankenhäuser vorfinden, die offiziell für solche Situationen eingerichtet sind. Die verbleibenden Notfallkliniken sollen dafür garantieren, dass sie die Patienten auch angemessen betreuen können. Das sieht ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen vor, der am Donnerstag gefasst wurde. Von den heute 1748 Krankenhäusern sollen künftig nur noch 1120 entsprechende Zuschläge bekommen.

von Agentur DPAProfil

Der Bundesausschuss ist das höchste Entscheidungsgremium im deutschen Gesundheitswesen und bestimmt die Versorgung nach den Vorgaben der Politik. Notfall-Krankenhäuser müssen demnach künftig über eine chirurgische oder unfallchirurgische und eine innere Abteilung verfügen. Der Patient soll in der Notaufnahme binnen 10 Minuten erfahren, mit welcher Priorität er behandelt wird. Ein Facharzt und bei Bedarf ein Anästhesist müssen innerhalb von 30 Minuten beim Patienten sein können. Die Klinik muss zudem eine Intensivstation mit mindestens sechs Betten haben.

Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, warnte davor, dass noch mehr Kliniken nach den strengen Vorgaben den Notfallstatus verlieren könnten als vom Ausschuss errechnet und dass Rettungswagen künftig längere Wege hätten.

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