Neuverschuldung: 68 Euro pro Sekunde
Schuldenuhr tickt so langsam wie noch nie

Die Schuldenuhr am neuen Standort des Bundes der Steuerzahler Deutschland in Berlin. Das Vorgängermodell soll Anfang 2017 an das

Die bekannte Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes schaltet 2017 deutlich zurück. Pro Sekunde wird sie nur noch um 68 Euro steigen. Zuvor betrug die Neuverschuldung pro Sekunde mit 129 Euro noch fast doppelt so viel.

Berlin. Da Bund und Kommunen ohne Nettokreditaufnahme auskommen wollen, halten allein die Länder die Schuldenuhr am Laufen, wie der Bund der Steuerzahler am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der bundesweit größte Schuldentreiber wird den Angaben zufolge erneut Nordrhein-Westfalen sein. Auch Bremen, das Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz benötigen zusätzliche Kapitalmarktkredite.

Dagegen wollen Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen ohne Nettokreditaufnahme auskommen. Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Bayern planen sogar, Kreditmarktschulden netto zu tilgen. Tilgungsmeister ist Bayern.

Musterknabe Sachsen

Die öffentlichen Haushalte standen zum 30. September 2016 mit rund 2031 Milliarden Euro in der Kreide. Das waren 0,4 Prozent mehr als zum Ende des vergangenen Jahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vorquartal reduzierte sich der Schuldenstand allerdings um 0,3 Prozent. Zu den öffentlichen Haushalten zählen Bund, Länder, Kommunen sowie die Sozialversicherung.

Die Verschuldung des Bundes stieg im Vergleich zum Jahresbeginn um 0,7 Prozent (8,7 Milliarden Euro) auf rund 1273 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren nach Angaben des Bundesamts vor allem höhere Wertpapierschulden.

Die Länder waren mit 613,5 Milliarden Euro verschuldet, ein Zuwachs von 0,1 Prozent. Den höchsten Rückgang gab es in Sachsen (minus 14,8 Prozent). Die stärksten Zuwächse verzeichneten Hamburg (plus 8,9 Prozent), Hessen (plus 8,8 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 5,5 Prozent).

Der Schuldenstand der Kommunen sank um 0,3 Prozent auf 143,7 Milliarden Euro. Die größten Rückgänge wurden für Sachsen (minus 16,5 Prozent) und Baden-Württemberg (minus 9,7 Prozent) ermittelt, die höchsten Zuwächse in Niedersachsen (plus 5,7 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 3,9 Prozent). In Bayern ist die öffentliche Verschuldung gesunken. Die Schuldenlast des Freistaats betrug bis zum 30. September rund 20,4 Milliarden Euro. Das sind 3,9 Prozent weniger als Ende 2015.
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