Nordkorea-Krise
Kim Jong Un provoziert die Amerikaner

Seoul/Washington. Nach dem ersten Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea haben die USA militärische Stärke demonstriert. Als Warnung an den Machthaber Kim Jong Un hielten die Streitkräfte der USA und Südkoreas am Mittwoch eine gemeinsame Raketenübung ab. Sie war mit einer deutlichen Warnung an Nordkorea verbunden. "Selbstbeschränkung ... ist alles, was einen Waffenstillstand vom Krieg trennt", hieß es in einer Erklärung der verbündeten Streitkräfte. Eine solche Haltung könne sich schnell ändern, sagte der Befehlshaber der US-Streitkräfte Korea (USFK), Vincent Brooks. Es sei ein großer Fehler, anders darüber zu denken.

Die USA beantragten noch für Mittwoch (Ortszeit) eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Außenminister Rex Tillerson kündigte in diesem Zusammenhang "härtere Maßnahmen" gegen Pjöngjang an und bezog sich damit offensichtlich auf neue Sanktionen. Die Führung in Nordkorea drohte den USA im Gegenzug mit weiteren Waffentests. Man werde niemals auf Atomwaffen verzichten, sagte Machthaber Kim Jong Un.

Das Land hatte am Dienstag erstmals eine Interkontinentalrakete getestet, was als Verschärfung der Krise gewertet wurde. Der Streit um Pjöngjangs Atomprogramm gilt als einer der gefährlichsten Konflikte der Welt. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel immer mehr zugespitzt. Das weithin isolierte Land arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die auch die USA erreichen können.

Nordkorea bezeichnete den Raketentest am Mittwoch als "Geschenkpaket" für die USA. Kim habe seine Wissenschaftler aufgerufen, "regelmäßig große und kleine Geschenkpakete an die Yankees" zu schicken, berichteten die staatlichen Medien. Das "langwierige Kräftemessen mit den US-Imperialisten" habe seine "Endphase" erreicht.
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