Obama und Abe betonen aber Versöhnung
Keine Entschuldigung

Auf Hawaii sprach US-Präsident Barack Obama auch mit drei Überlebenden des Angriffs auf Pearl Harbor vor 75 Jahren. Bild: dpa

Pearl Harbor. 75 Jahre nach dem Luftangriff auf Pearl Harbor hat US-Präsident Barack Obama an historischer Stätte den japanischen Regierungschef Shinzo Abe empfangen. Das Treffen der Staatsmänner wird als weiterer Schritt der Versöhnung beider Staaten angesehen, die inzwischen enge Partner in Fragen von Wirtschaft und Sicherheit sind.

Obama hatte als erster US-Präsident im Amt die japanische Stadt Hiroshima besucht, wo 1945 die erste US-Atombombe auf Japan abgeworfen worden war. "Der Schrecken des Krieges darf sich niemals wiederholen", sagte Abe am Dienstag. Der Angriff auf Pearl Harbor hatte die USA ins Mark getroffen und deren Eintritt in den Zweiten Weltkrieg bewirkt. Dabei waren rund 2400 Amerikaner ums Leben gekommen. 300 japanische Flugzeuge überzogen den Hafen westlich von Hawaiis Hauptstadt Honolulu mit einem Bombenteppich.

Eine Entschuldigung im Namen Japans wegen des Angriffs auf Pearl Harbor sprach Abe nicht aus. Er wandte sich jedoch an die Hinterbliebenen: "Ich bekunde mein tiefstes Beileid." Den USA gegenüber brachte er "tiefe Dankbarkeit" für die entgegengebrachte Toleranz zum Ausdruck. Die japanisch-amerikanische Allianz sei "eine Allianz der Hoffnung". Auch Obama hatte sich nicht für die Abwürfe von Atombomben auf Japan entschuldigt.

Letztes bilaterales Treffen

Beide Politiker legten nun an einem Mahnmal für die Gefallenen Kränze nieder. "Die Macht der Versöhnung hat frühere Feinde in die engsten Freunde verwandelt", hieß es aus dem Weißen Haus. Für den scheidenden US-Präsidenten war das Treffen mit Abe auf Hawaii - wenige Kilometer von Obamas Geburtsort entfernt - die vermutlich letzte Zusammenkunft mit einem ausländischen Staatsmann in seiner Amtszeit.
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