Obamas letzte Tage im Amt
Abschiedsparty im Weißen Haus

Sheryl Harvey hat sich eines der begehrten Tickets gesichert. Heute hält US-Präsident Barack Obama in Chicago seine Abschiedsrede. Er folgt damit einer Tradition, die George Washington 1796 begründete. Zuvor lud er zur Abschiedsfete für die Hollywood-Promis ins Weiße Haus. Bild: dpa

Die Obamas mögen Hollywood - und Hollywood mag sie. Da überrascht es nicht, dass Amerikas "First Couple" zum Abschied noch einmal eine Riesenparty mit Promis schmeißt.

Washington. So etwas wird es wohl auf lange Sicht nicht mehr im Weißen Haus geben. Wenige Tage vor der Ankunft der Möbelwagen haben US-Präsident Barack Obama und First Lady Michelle noch einmal mit einem großen Staraufgebot im Weißen Haus geschwoft. Und es war ein würdiger Abschied für ein Paar, das eine so enge Beziehung mit der Entertainment-Welt hatte wie kein "First Couple" der USA vor ihnen. Von Tom Hanks über Stevie Wonder bis Paul McCartney: Die Promi-Gästeliste hätte kaum erlesener sein können.

Die Obamas selber hatten die Party als privat deklariert und daher auch nicht offiziell publik gemacht, wer eingeladen war. Auch galt dem Vernehmen nach die strikte Regel der Obamas bei derartigen Festivitäten: Handys werden an der Eingangstür einkassiert.

Stars meiden Trump

Aber einige Stars ließen es sich trotzdem nicht nehmen, ihre Fans über die sozialen Medien zumindest etwas teilhaben zu lassen. Der Sänger und Schauspieler Nick Jonas etwa präsentierte auf Instagram sein Outfit. Andere Bilder zeigten den Rapper Usher und die Sängerin Kelly Rowland. Selbst verwöhnte und hofierte Superstars sind eben stolz, wenn ein Präsident und eine First Lady zum Feiern einladen.

Oder besser: Dieser Präsident und diese First Lady. Unter Donald Trump dürfte sich die Starwelt im Weißen Haus weitaus rarer machen. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat der Republikaner schon seine liebe Not gehabt, wenigstens einige Promis für Auftritte bei seiner Vereidigungsfeier zu gewinnen. Der Reihe nach sollen sie abgewunken haben, gebucht sind nun neben einigen wenigen anderen Kid Rock, die Tanztruppe The Rockettes und der Mormon-Tabernacle-Chor - und selbst die geplanten Auftritte der beiden letzteren sind von Kontroversen begleitet.

Von Streep bis Beyoncé

Was für ein krasser Gegensatz zu der Obama-Party. George Clooney und Ehefrau Amal sollen bei der Ankunft am Freitagabend (Ortszeit) gesichtet worden sein. Robert de Niro, Oprah Winfrey, "Vogue"-Chefin Anna Wintour und Meryl Streep, wie eine CNN-Reporterin twitterte. Und nach Medienberichten erwarteten die Gastgeber auch John Legend, George Lucas, Samuel L. Jackson, Steven Spielberg, Sarah Jessica Parker, Marc Anthony, Tyler Perry, Beyoncé und Jay-Z - und auch das ist wohl noch nicht die komplette Liste.

In den acht Jahren von Obamas Amtszeit wurde das Weiße Haus wiederholt zu einem Partytreff mit Stars - etwa, als der Präsident im vergangenen Jahr seinen 55. Geburtstag feierte. Und wenn bei den Obamas gefeiert wird, dann gern auch bis weit nach Mitternacht. So soll es auch bei der Abschiedsparty gewesen sein - zweifellos ein bittersüßes Ereignis für das Erste Paar der USA. Nur Stunden zuvor hatte sich Michelle Obama emotional offiziell aus ihrer Rolle im Weißen Haus verabschiedet. "Eure First Lady zu sein, war die größte Ehre meines Lebens", sagte die 52-Jährige mit tränenerstickter Stimme. "Ich hoffe, ich habe euch stolz gemacht."

Nun zieht ein Multimilliardär ins Weiße Haus, dazu noch jemand mit einer Vergangenheit in der Entertainment-Industrie. Falls Donald Trump neidvoll auf die Anziehungskraft der Obamas schielt, so zeigt er das bisher jedenfalls nicht. Ihm sei daran gelegen, dass "die Menschen" an dem Ereignis teilnehmen, twitterte er unlängst, "nicht Berühmtheiten".
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