22.03.2018 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Österreich kippt Rauchverbot "Aschenbecher Europas"

Wien. In Österreichs Kaffeehäusern und Lokalen darf weiterhin gequalmt werden. Damit ist die Alpenrepublik eines der letzten Länder Westeuropas, in dem in Gastronomiebetrieben noch geraucht werden darf. Die Regierung aus konservativer ÖVP und rechter FPÖ kippte am Donnerstag das für Mai geplante Rauchverbot wieder. "Bis heute gibt es kein Land weltweit, das in Sachen Nichtraucherschutz einen Schritt zurück gemacht hat", kritisierte die ehemalige Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) in einer hitzigen Debatte. Vor drei Jahren hatten SPÖ und ÖVP noch gemeinsam das Rauchverbot beschlossen. 27 Abgeordnete der Konservativen votierten nun gegen ihre alten Überzeugungen. Damit ist es weiter den Gastronomen überlassen, ihren Gästen die Zigarette zu erlauben oder sie vor die Tür zu bitten. Seit Wochen gibt es einen Aufschrei von Opposition und Teilen der Zivilgesellschaft gegen den Plan. Rund 13 000 Österreicher sterben jedes Jahr an Folgen des Tabakkonsums. Etwa 1000 Todesfälle können auf das passive Rauchen zurückgeführt werden. Rendi-Wagner bezeichnete die Regelung als Schande. Österreich werde so zum "Aschenbecher Europas", sagte sie im Vorfeld der Debatte. In Bayern trat vor zehn Jahren mit dem Gesetz zum Schutz der Gesundheit, das damals strengste Rauchverbot in Deutschland in Kraft. Von Bundesland zu Bundesland sind die Regelungen in der Bundesrepublik inzwischen mehr oder weniger streng.

von Agentur DPAProfil

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.