03.12.2017 - 21:08 Uhr
Deutschland & Welt

Papst Franziskus zieht Bilanz nach Myanmar-Reise: "Mich interessiert die Botschaft"

Rom/Dhaka. (KNA/epd) Papst Franziskus hat vor der Zerstörung der Menschheit durch Atomwaffen gewarnt. Mit der Möglichkeit, Menschen zu töten, ohne dabei Strukturen zu beeinträchtigen, sei eine Grenze erreicht, sagte er am Samstagabend auf dem Rückflug von seiner Asien-Reise vor mitreisenden Journalisten. "Ich frage mich, ist es heute legitim, diese Waffenarsenale so aufrecht zu erhalten", sagte er unter Hinweis auf die Zerstörungen durch Atomwaffen in Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren und den Unfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor rund 30 Jahren.

Papst Franziskus gibt auf dem Rückflug von Dhaka (Bangladesch) nach Rom eine Pressekonferenz. Der Papst kehrte am Wochenende von einer sechstägigen Reise nach Myanmar und Bangladesch zurück. Bild: Vincenzo Pinto/dpa
von Redaktion OnetzProfil

Der Papst verteidigte zugleich seinen Umgang mit der Vertreibung der muslimischen Rohingya aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar. "Mich interessiert, dass die Botschaft ankommt", sagte er während seiner Rückkehr aus Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Wenn er bei seinen Reden in Myanmar den Namen der Minderheit offen ausgesprochen hätte, wäre es gewesen, "als hätte ich meinen Gesprächspartnern die Tür vor der Nase zugeschlagen".

Da die Begegnung mit Myanmars Armeeoberbefehlshaber General Min Aung Hlaing als privat deklariert war, könne er keine inhaltlichen Details nennen, so der Papst. Zum Hintergrund erläuterte Franziskus, er sei vom Armeechef um ein Gespräch gebeten worden; er habe dies angenommen, da er nie eine Tür verschließen wolle. Besonders wichtig war dem Papst nach eigenem Bekunden eine persönliche Begegnung mit den Betroffenen. Seine Begegnung mit 16 Rohingya-Flüchtlingen in Dhaka am Freitag habe ihn dann zu Tränen gerührt, so der Papst. Als sie bei ihm auf der Bühne waren, habe er gespürt: "Ich kann sie nicht ohne ein Wort gehen lassen." Also habe er um ein Mikrofon gebeten, spontan das Wort ergriffen und zweimal um Vergebung gebeten. "In dem Moment habe ich geweint und versucht, dass niemand das sieht", gestand er. Auch einige der Flüchtlinge hätten geweint. Im kommenden Jahr will der Papst nach Indien reisen.

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