28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Parteien in Nahost vor komplizierten Verhandlungen - Streit in Israel Die Waffen schweigen

Nach der Einigung auf eine unbefristete Waffenruhe im Gaza-Krieg stehen Israel und die Palästinenser vor komplizierten Verhandlungen über eine Dauerlösung. Die indirekten Gespräche in Kairo sollten binnen eines Monats beginnen, sagte ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

von Agentur DPAProfil

Beide Seiten hielten sich am Mittwoch an die Feuerpause, die am Vorabend in Kraft getreten war, wie eine Militärsprecherin in Tel Aviv bestätigte. Sie hatten sich am Dienstag unter ägyptischer Vermittlung darauf geeinigt, nach Inkrafttreten der Waffenruhe die Grenzen zwischen Israel und dem Gazastreifen für Waren zu öffnen. Auf diese Weise sollen Hilfsgüter und Baumaterialien für den Wiederaufbau schnell in das Palästinensergebiet gelangen.

Israel besteht aber darauf, die Einfuhr zu kontrollieren, um einen Missbrauch der Güter für militärische Zwecke zu verhindern. Ferner soll die Fangzone für palästinensische Fischer im Mittelmeer auf sechs Seemeilen ausgeweitet werden. Weitere strittige Fragen sind die palästinensische Forderung nach einem Flug- und Seehafen sowie die Freilassung palästinensischer Häftlinge. Israel fordert wiederum die Überführung zweier Soldaten, die im Gazastreifen getötet worden waren.

Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete, Netanjahu habe der Waffenruhe zugestimmt, ohne sein Sicherheitskabinett über Details der Vereinbarung informiert zu haben. Auch eine Abstimmung über die Waffenruhe habe es demnach nicht gegeben. Mindestens vier Minister seien gegen die Feuerpause gewesen und fühlten sich nun übergangen. Unter den Gegnern sind "Haaretz" zufolge Außenminister Avigdor Lieberman und Wirtschaftsminister Naftali Bennett.

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