Perfide Waffen
Syrien setzt auf Streubomben – Opferzahl steigt rasant

Genf. Im Kampf gegen Aufständische setzt die syrische Regierung mit Unterstützung Russlands immer stärker auf weltweit geächtete Streubomben. In Syrien kamen 2016 dreimal so viele Menschen durch diese Waffen ums Leben wie im Jahr davor, insgesamt 860, wie aus dem am Donnerstag in Genf vorgestellten Streubomben-Monitor 2017 hervorgeht.

Insgesamt verdoppelte sich dadurch die Zahl der Todesopfer durch Streubomben weltweit auf mindestens 971. Die meisten Streubomben in Syrien stammten aus alten russischen Beständen, berichtete die Koalition gegen Streubomben (CMC), ein Zusammenschluss aus mehreren Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. Russland habe den Einsatz nicht geleugnet, sage aber, Streubomben würden nicht gegen die Bevölkerung eingesetzt, erläuterte eine Sprecherin von Human Rights Watch. Die Waffen verteilen viele kleinere Sprengsätze über große Flächen. Was nicht explodiert, bleibt als Blindgänger im Boden und kann Jahre später Menschen in Fetzen reißen. Die meisten Opfer sind Zivilisten.

So kamen in Laos in Südostasien im letzten Jahr 51 Menschen ums Leben. Laos gehörte als Rückzugsgebiet von vietnamesischen Dschungelkämpfern in den 60er Jahren zu den am meisten bombardierten Ländern der Welt. Die Streumunition warfen amerikanische Bomber ab.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.