18.02.2018 - 17:48 Uhr
Deutschland & Welt

Peter Tauber gibt Parteiposten ab Rückzug als CDU-Generalsekretär

Berlin. CDU-Generalsekretär Peter Tauber will sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Parteikreisen von seinem Amt zurückziehen. Der 43-Jährige wolle seinen Rückzug an diesem Montag in den CDU-Spitzengremien erklären und damit ermöglichen, dass schon auf dem Parteitag am 26. Februar in Berlin ein Nachfolger gewählt werden könne, hieß es am Sonntag.

Die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, und Generalsekretär Peter Tauber. Archivbild: Bernd von Jutrczenka/dpa
von Agentur DPAProfil

Tauber war seit Dezember 2013 Parteimanager, eigentlich ist er bis Dezember gewählt. Es wurde erwartet, dass die CDU-Vorsitzende, Kanzlerin Angela Merkel, Taubers Nachfolger ebenfalls an diesem Montag benennt. Wen die Kanzlerin als Nachfolger vorschlagen wird, blieb zunächst offen. Wann ein neuer Generalsekretär sein Amt antreten würde, war zunächst ebenfalls unklar.

Auf dem Parteitag am Montag in einer Woche sollen 1001 Delegierte nach dem Willen Merkels dem Koalitionsvertrag mit der SPD zustimmen. Die Entscheidung Merkels zur raschen Wahl eines Nachfolgers von Tauber wurde in der CDU auch als Zeichen an ihre parteiinternen Kritiker gewertet. Sie verlangen seit dem schlechten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl im September 2017 eine personelle Erneuerung in Partei und Regierung. Tauber ist in der Partei seit längerem umstritten. Kritiker werfen ihm unter anderem wegen des Slogans "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben" einen misslungenen Wahlkampf und Mitverantwortung für das schlechtestes Ergebnis für die Partei seit 1949 vor. CDU-Politiker, die sich als besonders konservativ präsentieren, konnten sich zudem nie mit seinem Einsatz für ein Einwanderungsgesetz und für die Ehe für alle anfreunden. Nach der Bundestagswahl musste Tauber wegen einer Darmerkrankung eine längere Zwangspause einlegen. Komplikationen machten eine Not-OP nötig. Seit Anfang Februar ist er zur Reha in der Nähe seines Heimatorts Gelnhausen (Hessen). Merkel hatte Tauber zu ihrem Generalsekretär gemacht, weil sie mit dem Netzpolitiker ein Signal an die Jungen in den eigenen Reihen senden wollte. Fünf Jahre später ermöglicht Tauber nun der Parteichefin mit seinem Rückzug, dass sie erneut ein Zeichen an die Jungen geben kann. Schon vor der Bundestagswahl habe er der Kanzlerin signalisiert, dass er nur bis zum Abschluss einer Regierungsbildung im Amt bleiben wolle, heißt es in der CDU. Vier Jahre als Parteimanager seien genug, hatte er Merkel deutlich gemacht.

In jedem Amtsjahr besuchte Tauber mehr als 100 Kreisverbände. Unter dem Motto "Jünger, weiblicher, bunter" brachte er eine Parteireform auf den Weg, die nun sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin weiter umsetzen muss.

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