14.02.2018 - 21:28 Uhr
Deutschland & Welt

Präsident festgenommen Neuer Skandal bei Oxfam

Die Hilfsorganisation Oxfam kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Skandal um Sexpartys nehmen die Ermittler den Präsidenten fest. Gemeinsam mit Kabinettskollegen soll er sich während seiner Zeit als Finanzminister in Guatemala bestechen lassen haben.

Juan Alberto Fuentes Knight (Mitte), Präsident von Oxfam, wurde festgenommen. Gegen ihn wird wegen Korruption ermittelt. Bild: Luis Soto/dpa
von Agentur DPAProfil

Guatemala-Stadt/London. Für die Hilfsorganisation Oxfam kommt es gerade knüppeldick: Nach dem Sexskandal in Haiti und dem Tschad ist nun der Präsident von Oxfam International verhaftet worden. Juan Alberto Fuentes Knight wurde am Dienstag in Guatemala festgenommen. Gegen den ehemaligen Finanzminister des mittelamerikanischen Landes wird wegen Korruption ermittelt. "Wir kennen die formalen Vorwürfe gegen Fuentes Knight noch nicht", sagte Oxfams Exekutivdirektorin Winnie Byanyima. "Er hat Oxfam darüber unterrichtet, dass gegen ihn wegen einer Haushaltsbuchung der guatemaltekischen Regierung ermittelt wird, als er Finanzminister war. Fuentes Knight hat uns versichert, dass er bei den Ermittlungen stets kooperiert hat und dass er nicht gegen Regeln verstoßen hat." Oxfam stand zuletzt in der Kritik, weil Mitarbeiter in Haiti und dem Tschad Sexpartys mit Prostituierten gefeiert haben sollen. Zudem sollen Oxfam-Angestellte Nothilfe nur gegen sexuelle Gefälligkeiten geleistet haben. Die Vizechefin von Oxfam Großbritannien, Penny Lawrence, trat zurück. Bei den Ermittlungen in Guatemala hingegen geht es um Korruption bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Neben Fuentes setzten die Ermittler auch den ehemaligen guatemaltekische Präsident Álvaro Colom und fast sein gesamtes früheres Kabinett fest. Dem Ex-Staatschef (2008-2012) werden Betrug und Unterschlagung vorgeworfen, wie die Sicherheitsbehörden am Dienstag mitteilten.

Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft und der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) kam es während Coloms Amtszeit beim Bau des Nahverkehrssystems Transurbano zu Unregelmäßigkeiten. Dabei sollen mindesten 35 Millionen US-Dollar an öffentlichen Geldern unterschlagen worden sein.

Einflussreiche Kreise versuchen immer wieder, die Arbeit von Cicig zu behindern. Allerdings genießt die Ermittlergruppe den Rückhalt der USA, die Wirtschaftshilfen vom Kampf gegen die Korruption abhängig machen.

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