12.02.2018 - 22:08 Uhr
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Präsident Zuma vor der Absetzung Südafrikas Präsident soll seinen Hut nehmen

Es waren wohl zu viele Korruptionsskandale. Südafrikas Präsident Zuma steht vor dem Rücktritt. Der Nachfolger scharrt schon mit den Hufen. Ihn erwarten große Herausforderungen.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma. Bild: Themba Hadebe/dpa
von Agentur DPAProfil

Johannesburg. Für die meisten Südafrikaner ist Präsident Jacob Zuma schon Geschichte. Doch der Staatschef ist ein hartnäckiger Überlebenskünstler: Der heute 75-Jährige hat zehn Jahre Gefängnis, bewaffneten Kampf gegen das rassistische Apartheid-Regime, zahlreiche Skandale und politische Intrigen überstanden.

Der regierende Afrikanische Nationalkongresses (ANC) wetzt schon seit Jahresbeginn die Messer, um ihn abzusetzen. Entscheidende Sitzungen wurden einberufen und dann wieder abgesagt. Am Montag sollte es endlich so weit sein - doch auch nach acht Stunden Beratungen gab es am Abend noch kein Ergebnis, aus der Sitzung drang nichts nach außen. Es blieb daher bis zum Abend unklar, was bei den Beratungen der gut 80 Mitglieder des erweiterten Parteivorstand einen Beschluss zur Zukunft Zumas verzögerte.

Es war erwartet worden, dass sie Zuma zum Rücktritt auffordern und seinen bisherigen Stellvertreter Cyril Ramaphosa (65) zum Nachfolger erklären würden. Der Politiker und Multimillionär war Ende Dezember nach Zuma zum neuen ANC-Parteivorsitzenden gewählt worden. Die Partei verspricht sich mit ihm an der Spitze bessere Chancen für die 2019 bevorstehende Präsidentschaftswahl. Die Oppositionsparteien forderten unterdessen, dass nach Zumas Rücktritt auch das Parlament aufgelöst werden müsse, um eine rasche Neuwahl zu ermöglichen. Sie wollten auch eine Vertrauenabstimmung auf diesen Dienstag vorziehen.

Zuma ist angezählt, doch es scheint, als habe er in den Verhandlungen über seinen Rücktritt noch versucht, diverse Zugeständnisse auszuhandeln. Südafrikanische Medien berichteten, dass er angesichts der Korruptionsvorwürfe Straffreiheit wolle. Glaubwürdiger erschienen Berichte, wonach er fordert, dass der Staat pauschal seine kommenden Anwaltskosten tragen soll.

Zumas Beliebtheit erreichte schon bald nach seinem Amtsantritt 2009 einen Tiefpunkt, als bekannt wurde, dass er seinen Familiensitz im Ort Nkandla unter dem Vorwand nötiger Sicherheitsmaßnahmen mit Staatsgeldern in Höhe von umgerechnet rund 17 Millionen Euro hatte ausbauen lassen. Das entsprach etwa dem Preis von 100 Einfamilienhäusern in Johannesburg - und das in einem Land, in dem die meisten Menschen immer noch in Armut leben.

Zumas 2014 begonnene zweite Amtszeit wurde überschattet von Vorwürfen, er habe einer befreundeten Unternehmerfamilie, den Gupta-Brüdern, Geschäfte zugeschustert und ihnen unzulässig Einfluss auf die Politik gewährt - bis hin zur Ernennung von Ministern und Managern staatlicher Unternehmen. Trotz zahlreicher belastender Vorwürfe wurde Zuma bisher aber nicht angeklagt.

Nachfolger Ramaphosa scharrt mit den Hufen. Doch Analyst Ben Payton von der Risikoberatung Verisk Maplecroft gibt zu bedenken: "Cyril Ramaphosa wird ein alarmierendes Chaos von Jacob Zuma erben, der zugelassen hat, dass sich die vielen bereits schwierigen Probleme des Landes ... noch weiter verschlimmert haben."

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