Präsidentschaftswahlen in Frankreich
Pariser Linke unter Druck

Premierminister Manuel Valls will Hollandes Nachfolge antreten. Da ist er nicht der Einzige. Bild: dpa

Frankreichs Staatschef François Hollande will nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren. In seinem Lager sorgt das für Erleichterung - aber auch für große Unsicherheit.

Paris. Der spektakuläre Verzicht des französischen Staatspräsidenten Hollande auf eine erneute Kandidatur führt zu einem Machtkampf in seiner sozialistischen Partei. Es wird erwartet, dass Premierminister Manuel Valls antritt - doch gegen ihn dürfte es heftigen Widerstand vom linken Flügel der Parti Socialiste (PS) geben. Mehrere Gegner haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen, darunter der Ex-Minister und langjährige Hollande-Widersacher Arnaud Montebourg.

Gibt Valls sein Amt ab?

Valls erklärte am Freitag bei einem Auftritt im ostfranzösischen Nancy, er wolle die Bilanz der fünfjährigen Amtszeit von Hollande verteidigen. Der 54-Jährige hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, er wolle sich der Vorwahl der Linken im Januar kommenden Jahres stellen, falls Hollande nicht antrete. Unklar ist, ob ein Wahlkämpfer Valls als Regierungschef im Matignon-Palast bleibt - oder er das Amt abgibt.

Hollande hatte am Donnerstagabend überraschend eingeräumt, er habe im eigenen Lager keinen breiten Rückhalt mehr. Politiker des linken Spektrums sprachen von einer "würdigen Entscheidung" im Interesse des Landes.

Die Opposition wertete die Ankündigung dagegen als Eingeständnis des Scheiterns. Der konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon schrieb auf Twitter: "Diese Amtszeit endet in politischem Chaos und Auflösung der Macht."

Der Druck auf die Linke ist groß. In Umfragen für den ersten Durchgang der Präsidentenwahl liegen Fillon und die Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National deutlich vorn. Deutschlands wichtigster EU-Partner wählt seinen neuen Staatschef voraussichtlich in zwei Wahlgängen am 23. April und am 7. Mai kommenden Jahres.
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