Protest gegen Macrons Sparpläne
Französische Lehrer und Fluglotsen streiken

Eine Frau protestiert in Paris gegen Pläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, 120 000 Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. In Frankreich hatten neun Organisationen zu Streiks aufgerufen. Bild: Eric Feferberg/AFP

Paris/Frankfurt/Main. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Frankreich aus Protest gegen die Regierungspolitik gestreikt und damit auch den Flugverkehr gestört. Neben der Flugsicherung waren am Dienstag etwa Schulen und Verwaltungen von Arbeitsniederlegungen betroffen. Nach Angaben des Bildungsministeriums folgten rund 17,5 Prozent der Lehrer dem Streikaufruf von neun Gewerkschaften. Die Fluggesellschaft Air France rechnete mit dem Ausfall von etwa 25 Prozent ihrer Kurz- und Mittelstreckenflüge. Auch Flüge deutscher Airlines nach Frankreich wurden gestrichen. Im Zugverkehr wurden dagegen keine größeren Probleme gemeldet.

In Paris gingen zahlreiche Menschen gegen Vorhaben der Regierung auf die Straße. Präsident Emmanuel Macron will in den kommenden Jahren unter anderem 120 000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Unmut gibt es auch über die Ankündigung der Regierung, die Gehälter vorerst einzufrieren. Man folge seit Jahren der gleichen Sparlogik, kritisierte der Vorsitzende der Gewerkschaft Force Ouvrière, Jean-Claude Mailly, in Lyon. "Im öffentlichen Dienst in Frankreich knarzt es." Dort arbeiten in Frankreich rund 5,4 Millionen Menschen. In den vergangenen Wochen hatte es in Frankreich schon mehrfach Proteste gegen Reformvorhaben Macrons und der Regierung gegeben, vor allem gegen eine Arbeitsmarktreform.

Unterdessen hat der französische Staatspräsident eine "Koalition des guten Willens" für Europa gefordert. "Wir haben ein bisschen den Faden verloren in den letzten Jahren", sagte er am Dienstag auf einer Diskussionsveranstaltung mit Studenten an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Im östlichen Europa gebe es einige Versuche, "dieses Europa ein wenig umzukrempeln", sagte Macron in Anspielung auf die Entwicklungen in Polen oder Ungarn. Nötig sei ein "Wegeplan für Europa" und politische, soziale und kulturelle Konvergenz. Wenige Stunden vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse debattierte Macron mit dem deutsch-französischen Politiker Daniel Cohn-Bendit und dem französischen Sozialwissenschaftler Gilles Kepel über Europa.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.