Prozess wegen systematischen Pflegebetrugs
Millionenschaden

Düsseldorf. Der Skandal um den vermuteten millionenschweren Betrug mit Pflegeleistungen wird seit gestern in Düsseldorf verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen neun Männer und Frauen wegen bandenmäßigen Betrugs erhoben.

Der Schaden wird von den Ermittlern auf mindestens 8,5 Millionen Euro beziffert. Die Angeklagten sollen bei Krankenkassen und Sozialämtern Geld für gar nicht oder nicht vollständig erbrachte Leistungen ergaunert haben. Im vergangenen Jahr durchsuchten Beamte bundesweit 108 Objekte. Rund 500 Polizisten, Staatsanwälte, Zöllner und Steuerfahnder waren im Einsatz. Die Ermittler stellten mehrere Hundert Umzugskartons mit Akten und riesige Mengen an digitalen Daten sowie zwei unbrauchbare Kalaschnikows und zwei weitere halbautomatische Waffen mit Munition sicher.

Bundesweit stehen 230 Pflegedienste unter Verdacht, betrügerisch abgerechnet zu haben. Nach einer früheren Schätzung des Bundeskriminalamts könnten den Sozialkassen durch betrügerische Pflegedienste mindestens eine Milliarde Euro Schaden pro Jahr entstanden sein.
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