09.02.2018 - 21:44 Uhr
Deutschland & Welt

Reaktion von SPD-Landeschefin Bayerische SPD-Chefin von Streit zwischen Gabriel und Schulz verärgert

München. Überrascht und verärgert hat Bayerns SPD-Landeschefin Natascha Kohnen auf das öffentlich ausgetragene Zerwürfnis zwischen dem scheidenden SPD-Bundesvorsitzenden Martin Schulz und dem noch amtierenden Außenminister Sigmar Gabriel reagiert. "Eine solche Auseinandersetzung führt man nicht über Zeitungen, sondern intern", sagte Kohnen bei einem Pressegespräch in München. Der Streit der beiden habe vor Beginn des SPD-Mitgliederentscheids über die Ergebnisse der Verhandlungen für eine Große Koalition unnötige Unruhe in die Partei gebracht. "Das soll der Sigmar Gabriel mit seinem Freund Martin Schulz unter vier Augen besprechen", mahnte Kohnen. Die inhaltliche Debatte über den Koalitionsvertrag dürfe nicht durch persönlichen Streit überlagert werden.

Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der Bayern-SPD und stellvertretende Bundesvorsitzende, ist vom öffentlichen Streit zwischen Sigmar Gabriel und Martin Schulz wenig begeistert. Bild: Oliver Berg/dpa
von Jürgen UmlauftProfil

Dem Ausgang des Mitgliederentscheids sieht Kohnen optimistisch entgegen. Der Koalitionsvertrag, den sie als stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende mit ausgehandelt hatte, sowie die Aufteilung der Ministerien würden in der Partei vielfach positiv bewertet. "Unsere Mitglieder hatten nicht erwartet, dass wir so viele Punkte durchsetzen können." In dem Vertrag sei "viel SPD spürbar und lesbar". Sie appellierte an die Parteibasis, sich die 177 Seiten durchzulesen und dann nach einer "rationale Abwägung" zu entscheiden.

Als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst setzt Kohnen auf positive Effekte des Koalitionsvertrags für die Kampagne der bayerischen SPD. Vor allem in den Bereichen Wohnen, Familien und Kinderbetreuung seien Maßnahmen beschlossen, die das Leben vieler Menschen konkret verbessere. "Ich will einen sachlichen Wahlkampf führen, da wird uns der Koalitionsvertrag helfen", sagte Kohnen.

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