Regierungsgespräche in Italien
Salvini will mit Fünf Sternen regieren

Matteo Salvini, Parteichef der rechtspopulistischen Lega. Bild: Alessandra Tarantino/dpa

Rom. Bei den Regierungsgesprächen in Italien hat sich der Chef der rechtspopulistischen Lega bereit für eine Koalition mit der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung gezeigt. Eine neue Regierung schließe das Mitte-Rechts-Bündnis sowie die Fünf Sterne ein, alles andere seien "vorübergehende oder behelfsmäßige Lösungen", sagte Matteo Salvini am Donnerstag nach den Beratungen bei Staatspräsident Sergio Mattarella in Rom. "Wir machen alles, um eine Regierung zu bilden, die fünf Jahre hält." Da es bei der Wahl vor einem Monat keinen klaren Sieger gab, muss Präsident Mattarella nun eine Lösung für die Krise finden. Mit einem Durchbruch wurde am Donnerstag nicht gerechnet. Zwischen der Lega und den Fünf Sternen steht vor allem einer: Silvio Berlusconi.

Das Mitte-Rechts-Bündnis um Salvini und die Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Berlusconi war mit 37 Prozent stärkste Allianz geworden. Stärkste Einzelkraft wurde mit knapp 33 Prozent aber die Fünf-Sterne-Partei von Luigi Di Maio. Beiden fehlt allerdings eine Mehrheit zum Regieren. Und Di Maio hatte für ein Bündnis mit der Lega zur Bedingung gemacht, dass sich Berlusconi vom Mitte-Rechts-Lager verabschiedet.

Doch Salvini ist nicht bereit, den mittlerweile 81 Jahre alten Berlusconi fallen zu lassen. Wie er sich jedoch genau eine künftige Regierung vorstellt, verriet Berlusconi nicht. Nur dass der Premiersposten an die Lega gehen müsse und seine Partei nicht bereit für eine Regierung mit "Populisten" sei. Doch auch zwischen der Lega und den Sternen herrscht noch kein Liebesglück: Denn sowohl Salvini als auch Di Maio beanspruchen den Posten des Regierungschefs.
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