28.07.2017 - 20:04 Uhr
Deutschland & Welt

Russland antwortet auf US-Sanktionen mit Gegenmaßnahmen Russlands Retourkutsche

Nach der großen Mehrheit im US-Senat für neue Sanktionen verhängt Moskau Gegenmaßnahmen. Der Streit zwischen den beiden Ländern bereitet aber auch den Europäern Kopfzerbrechen.

Das Verhältnis zwischen Russland und den USA verschlechtert sich durch die Sanktionen weiter. Im Bild die Nationalflaggen beider Länder vor der US-Botschaft in Moskau. Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Moskau/Washington. Russland geht im Sanktionsstreit mit den USA zum Gegenangriff über und verlangt den Abzug von zahlreichen US-Diplomaten. Washington solle bis zum 1. September die Zahl seiner Mitarbeiter in der Botschaft und in den Konsulaten in Russland auf 455 senken, teilte das Außenministerium am Freitag mit. Zudem würden zum 1. August zwei Landhäuser bei Moskau geschlossen, die das US-Personal nutzt. Weitere Gegenmaßnahmen behalte sich Russland vor. Damit reagierte Moskau auf die umstrittenen Sanktionen, die der US-Senat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen hatte. Die Maßnahmen richten sich gegen wichtige Wirtschaftszweige, darunter auch den für Moskau zentralen Energiesektor.

Die Abgeordneten strafen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt sowie die mutmaßliche Einflussnahme auf die US-Wahl ab. Geheimdienste beschuldigen den Kreml, sich in den Wahlkampf 2016 eingemischt zu haben, um dem Republikaner zu helfen. Die seit 2014 bestehenden Sanktionen sollen ausgeweitet werden, neue werden wegen Russlands Unterstützung für die syrische Regierung verhängt.

Die Maßnahmen zeigten die aggressive Haltung der USA gegenüber Russland, hieß es in der russischen Hauptstadt Moskau. "Es ist unmöglich, unendlich diese Gemeinheiten gegen unser Land auszuhalten", hatte Präsident Wladimir Putin zuvor in seiner ersten Stellungnahme zu den geplanten Strafmaßnahmen gesagt. Die US-Sanktionen seien zwar noch nicht in Kraft. Russland wolle aber mit den Gegenmaßnahmen nicht auf die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump warten.

Vizeaußenminister Sergej Rjabkow machte deutlich, dass es sich zugleich um einen Warnschuss an die USA handelt. "Wenn sie jetzt wieder versuchen, uns mit restriktiven Maßnahmen unter Druck zu setzen, werden wir Schritte unternehmen, spiegelbildliche und asymmetrische", sagte er. Keine Möglichkeit sei ausgeschlossen.

Doch nicht nur das ohnehin zerrüttete Verhältnis zu Russland droht weiteren Schaden zu nehmen. Auch aus der EU kommt massive Kritik an den USA. Brüssel fürchtet, dass sich die Sanktionen negativ auf europäische Firmen auswirken könnten, die an russischen Energieprojekten beteiligt sind. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte am Freitag, Deutschland werde nicht akzeptieren, wenn europäische Unternehmen unter den Sanktionen litten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.