Sarin-Einsatz in Syrien
Deutschland fordert Strafe wegen Giftgas

Berlin/Den Haag. Die Bundesregierung hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, die Verantwortlichen für den nun bestätigten Giftgas-Angriff im syrischen Chan Scheichun zur Rechenschaft zu ziehen. Es sei jetzt wichtig, die Schuldigen für diesen Angriff mit dem Nervenkampfstoff Sarin schnell zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Freitag.

Die Bundesregierung erwarte auch von Russland und China die Bereitschaft, Sorge dafür zu tragen, dass die Verantwortlichen - wenn diese eines Tages zweifelsfrei feststehen sollten - "auf eine angemessene Art und Weise" zur Rechenschaft gezogen würden. Alle Indizien deuten laut Schäfer darauf hin, dass das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad die Verantwortung für den Einsatz trägt. Sollte sich dies am Ende der Ermittlungen bewahrheiten, wäre dies "ein eklatanter Verstoß gegen das Chemiewaffen-Abkommen", sagte der Sprecher. Der Sicherheitsrat habe die Möglichkeit, "wenn eine Gefahr für Frieden und Sicherheit festgestellt ist", Sanktionen gegen Einzelpersonen zu ergreifen, aber auch gegen ein "politisches Regime".

Das Investigativ-Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hatte zuvor den Einsatz des verbotenen Giftgases Sarin in der syrischen Ortschaft bestätigt.Das habe die Untersuchung von internationalen Experten ergeben, teilte die Organisation am Freitag in Den Haag mit. Beim Angriff am 4. April waren etwa 90 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Das OPCW-Team werde nun mit der Ermittlung der Schuldigen beginnen.
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