07.03.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Scharfe Kritik der UN Syrische Regierung verstärkt Einheiten bei Ost-Ghuta

Damaskus. Die syrische Regierung zieht trotz aller UN-Forderungen nach einer Waffenruhe offensichtlich weitere Truppen zur Eroberung des belagerten Ost-Ghuta zusammen. Mehr als 700 zusätzliche Kämpfer hätten Positionen an den Frontlinien des Gebiets östlich von Damaskus bezogen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. In Genf kritisierte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, die syrische Führung scharf. Die Belagerung von Ost-Ghuta sei nicht zu rechtfertigen. "Es ist höchste Zeit, den katastrophalen Kurs umzukehren", sagte er.

von Agentur DPAProfil

Seit Mitte Februar ist Ost-Ghuta, wo etwa 400 000 Menschen eingeschlossen sind, den schwersten Angriffen seit Beginn des Syrien-Konfliktes 2011 ausgesetzt. Als Folge von Luftangriffen und Artilleriebeschuss durch das Regierungslager sind Menschenrechtlern zufolge mehr als 800 Zivilisten, unter ihnen 178 Kinder, getötet worden. Zudem seien Tausende Menschen verletzt worden.

Zuletzt hatte die Regierung die Bodenoffensive vorangetrieben und den Menschenrechtlern zufolge etwa 40 Prozent Ost-Ghutas eingenommen. Mit der Verstärkung seiner Einheiten könnte diese nun in eine neue Phase gehen: "Das Regime bereitet sich darauf vor, ihre Offensive fortzusetzen und hofft auf neue Geländegewinne", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

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