22.03.2018 - 22:32 Uhr
Deutschland & Welt

Separatisten scheitern Turull verfehlt Mehrheit

Barcelona. Die großen separatistischen Parteien in Katalonien sind mit ihrem Versuch gescheitert, in einer eilig einberufenen Parlamentssitzung Ex-Regierungssprecher Jordi Turull zum neuen Regionalpräsidenten zu wählen. Die linksradikale Partei CUP, auf deren vier Stimmen die separatistischen Listen JuntsPerCat und ERC im Parlament von Barcelona angewiesen sind, entschieden vor der Abstimmung am Donnerstag, sich der Stimme zu enthalten.

Jordi Turull, Regionalchef-Kandidat der Separatisten, während der Parlamentssitzung in der der neue Regionalpräsident gewählt werden soll. Bild: M.Oesterle/dpa
von Agentur DPAProfil

Damit erreichte Turull nicht die im ersten Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit. Ein zweiter Wahlgang, bei dem eine einfache Mehrheit genügt, würde erst in 48 Stunden stattfinden - aber da könnte der 51-Jährige bereits im Gefängnis sein.

Der zuständige Richter Pablo Llarena hat Turull für Freitag zusammen mit weiteren katalanischen Ex-Ministern, die alle im Dezember nach einem Monat auf Kaution aus der U-Haft entlassen worden waren, zu einer Anhörung geladen. Dabei will er unter anderem entscheiden, ob die Politiker wieder inhaftiert werden. Die Parlamentssitzung war am Mittwoch im Schnellverfahren einberufen worden. Die beiden großen Separatisten-Lager wollten Turull ins Amt wählen, bevor auch dessen Kandidatur durch die spanische Justiz verhindert wird. Das Verfassungsgericht hatte entschieden, dass ein Kandidat persönlich im Parlament anwesend sein muss, um sich ins Amt wählen zu lassen. An dieser Regel waren bereits Ex-Regionalchef Carles Puigdemont, der nach Brüssel geflohen ist, und der in U-Haft sitzende Anführer der separatistischen Organisation ANC, Jordi Sánchez, gescheitert.

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