Sicherheitsdienste an Krankenhäusern
Kliniken gut bewacht

Vor allem in Großstädten setzen Kliniken immer öfter Sicherheitskräfte ein, um aggressiven Patienten Einhalt zu gebieten. Bild: Holger Hollemann/dpa

Immer öfter berichten bayerische Kliniken, dass ihre Mitarbeiter von Patienten beschimpft oder angegriffen werden. Als Gegenmaßnahme beauftragen viele Krankenhäuser Sicherheitsdienste.

München. Die Zahl der Krankenhäuser in Bayern, die einen Wachdienst beschäftigen, wächst. In der Notaufnahme der Uniklinik der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität gibt es schon seit 15 Jahren einen Sicherheitsdienst. Das Klinikum Ingolstadt hat sich vor vier Jahren zu diesem Schritt entschlossen, das Klinikum Nürnberg hat den Auftrag an einen Wachdienst vor zwei Jahren mit einer Öffentlichkeitskampagne gegen Gewalt begleitet. Der Dritte Orden in München hat im vergangenen Mai einen Sicherheitsdienst beauftragt, die Münchener Städtischen Kliniken zum Jahreswechsel.

Und der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Siegfried Hasenbein, berichtet: "Wir hören immer öfter von Gewalt in bayerischen Krankenhäusern, insbesondere in den Notaufnahmen." Die Mehrzahl der Häuser beschäftige aber keinen Sicherheitsdienst, betont der BKG-Geschäftsführer. Dennoch gibt es an einem seiner Ansicht nach keinen Zweifel: "Wir beobachten, dass in unserer Gesellschaft aggressives Verhalten in allen Lebensbereichen zunimmt." Christoph Dodt, der am Klinikum München-Bogenhausen die Notaufnahme leitet, sieht dabei eine ganze Reihe von Auslösern, wenn Patienten aggressiv werden: Alkohol, Drogen oder auch psychische Störungen. Vor allem aber fehle immer öfter "der Respekt vor der Institution Krankenhaus", stellt Dodt fest.

Der Leiter der Notaufnahme des Münchener Uniklinikums, Markus Wörnle, ergänzt, in den Notfall-Ambulanzen seien "die Belastungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen". Damit verlängerten sich vor allem für weniger schwere Fälle die Wartezeiten. "Das führt häufig zu Spannungen und auch Aggressionen gegenüber Ärzten und Pflegepersonal", erklärt Wörnle.

Es gebe aber auch Kliniken, die bewusst nicht auf Sicherheitspersonal setzen, berichtet Hasenbein und nennt als Beispiel das St.-Elisabeth-Krankenhaus im unterfränkischen Bad Kissingen. Dort gibt es seit März kostenloses WLAN in der Notaufnahme. Man wolle den Patienten die Wartezeit "versüßen", erklärte die Klinikleitung wörtlich.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.