Skripal-Anschlag: Keine eindeutige Schuldzuweisung von EU
Keine klaren Worte

Brüssel/Moskau/London. Im Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal haben sich die EU-Staaten nicht auf klare Schuldzuweisungen in Richtung Russland einigen können. Bei einem Außenministertreffen in Brüssel wurde die in England verübte Tat zwar mit deutlichen Worten verurteilt, trotzdem blieb die Erklärung vergleichsweise schwach. Die EU nehme die Einschätzung Großbritanniens sehr ernst, dass höchstwahrscheinlich Russland für den Anschlag verantwortlich sei, heißt es in dem Text. Russland müsse unverzüglich alle Fragen zu dem Fall beantworten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten noch am vergangenen Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump eine deutlich weitreichendere Erklärung unterzeichnet. In ihr hieß es zur Verantwortung Russlands: "Wir teilen die Einschätzung des Vereinigten Königreichs, dass es keine plausible alternative Erklärung gibt, und stellen fest, dass Russlands Weigerung, auf die berechtigten Fragen der Regierung des Vereinigten Königreichs einzugehen, einen zusätzlichen Anhaltspunkt für seine Verantwortlichkeit ergibt."

Als ein Grund für die Abschwächung gelten Einwände Griechenlands. Auch die österreichische Außenministerin Karin Kneissl warnte vor Vorverurteilungen. Es gehe nun darum, dass Experten die Sache aufklärten, sagte sie. Vorher sollte es nicht zu Beurteilungen kommen. Zur weiteren Aufklärung des Falls trafen am Montag Vertreter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Großbritannien ein.
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