20.03.2018 - 21:56 Uhr
Deutschland & Welt

Soziales Netzwerk in der Krise Skandal um Cambridge Analytica erhöht Druck auf Facebook

London/Menlo Park. Facebook schlittert in eine schwere Krise nach dem Skandal um den massiven Missbrauch von Nutzer-Informationen durch die Datenanalyse-Firma des Wahlkampfteams von Donald Trump. Rufe nach mehr staatlicher Aufsicht werden lauter. Die US-Aufsichtsbehörde FTC habe Ermittlungen zu dem Fall eingeleitet, berichtete der Finanzdienst Bloomberg.

von Agentur DPAProfil

Die Facebook-Aktie fiel bereits am Montag um rund sieben Prozent, und das löschte über 35 Milliarden Dollar Börsenwert aus. Am Dienstag geriet das Papier nach dem Bericht über die FTC-Ermittlungen erneut unter Druck. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica illegal an Informationen von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern gekommen war. Um sie zu sammeln, hatte ein Professor eine Umfrage zu Persönlichkeits-Merkmalen aufgesetzt, die bei Facebook als wissenschaftliche Forschung angemeldet wurde. Die Daten gingen dann ohne Wissen der Nutzer an Cambridge Analytica. Facebook sperrte die Analyse-Firma aus, weil sie die unrechtmäßig erhaltenen Nutzerdaten entgegen früheren Zusicherungen nicht gelöscht habe. Cambridge Analytica teilte am Dienstagabend mit, Chef Alexander Nix werde bis zu einer vollständigen, unabhängigen Untersuchung von seiner Aufgabe entbunden. Auch bei Facebook rumort es. Die "New York Times" berichtete, dass Sicherheitschef Alex Stamos Facebook verlassen wolle. Er habe sich dafür eingesetzt, offener über die russische Einmischung in den US-Präsidentenwahlkampf 2016 zu informieren, sei aber von anderen Managern abgebügelt worden.

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