SPD-Neuanfang ohne Hubertus Heil
Gefrusteter Generalsekretär

Der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (links, mit Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann) kündigte nach der ersten Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion seinen Rückzug an. Bild: Gregor Fischer/dpa

Berlin. Der Neubeginn nach der Wahl-Pleite läuft nicht so geräuschlos an, wie es sich die Doppelspitze Martin Schulz und Andrea Nahles gewünscht hat. Nur Stunden, nachdem der Parteichef und die designierte Fraktionsvorsitzende ein Personalpaket schnürten, verkündete Hubertus Heil am Dienstag sichtlich angefressen seinen Rückzug. "Ich habe entschieden, nicht mehr zu kandidieren", sagte der Generalsekretär.

Heil, der bereits von 2005 bis 2009 Generalsekretär und im Sommer als Nothelfer für den Wahlkampf verpflichtet worden war, bleibt auf Bitten von Schulz bis Dezember Manager der Parteizentrale. Anfang Dezember wird auf einem Parteitag in Berlin eine neue Parteiführung gewählt. Danach will sich der erfahrene SPD-Politiker auf seine Arbeit als Abgeordneter konzentrieren.

Heil war seit Ende Mai ohnehin nur kommissarisch bis zum Parteitag im Amt. Der 44-Jährige wollte gerne als rechte Hand von Nahles künftig eine führende Rolle in der Bundestagsmannschaft spielen. Auf Druck des konservativen SPD-Flügels wird nun aber der Thüringer Haushaltsexperte Carsten Schneider auf den Schlüsselposten des parlamentarischen Geschäftsführers der Fraktion rücken. Mit Nahles wird Schneider eine Strategie erarbeiten müssen, wie sich die SPD als stärkste Oppositionskraft im Parlament gegen AfD und Linke behaupten kann.

Schulz sagte, die SPD müsse schnell in die neue Oppositionsrolle hineinwachsen. "Ich bin froh, dass wir die Personalentscheidungen in großer Einmütigkeit getroffen haben." Nach Abschluss einer Fraktionssitzung verkündete dann aber ein verärgerter Heil vor Reportern seine Entscheidung.
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