13.04.2018 - 14:40 Uhr
Deutschland & Welt

Staatengemeinschaft sagt 430 Millionen Euro zu Hilfe für Kongo

Genf. Die internationale Gemeinschaft hat am Freitag 430 Millionen Euro zur Bewältigung der humanitären Krise in der Demokratischen Republik Kongo zugesagt. Zahlreiche Regierungen hätten bei einer Geberkonferenz in Genf zudem ihre Bereitschaft erklärt, im Lauf des Jahres weitere Mittel zu bewilligen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Obwohl die Zusagen deutlich hinter dem geschätzten Bedarf von 1,4 Milliarden Euro zurückbleiben, zeigte Lowcock sich in einer vorläufigen Bilanz zufrieden. Die Teilnahme von mehr als 50 Staaten zeige, wie groß das Interesse daran sei, den mehr als 13 Millionen notleidenden Kongolesen zu helfen.

von Agentur EPDProfil

Überschattet wurde die Geberkonferenz vom Boykott der kongolesischen Regierung. Diese hatte den UN zuvor vorgeworfen, die Lage im Land zu dramatisieren und damit Investoren abzuschrecken. Lowcock erklärte dagegen, der Nothilfeplan sei mit Kongos Regierung abgestimmt und im Januar gemeinsam in der Hauptstadt Kinshasa präsentiert worden. Die internationale Gemeinschaft und Kongos Regierung würden auch weiter eng zusammenarbeiteten. Er kündigte einen möglichen Folgegipfel an, der gemeinsam mit der kongolesischen Regierung organisiert werde.

Lowcock lobte die Erfolge, die mit Hilfe der Regierung erreicht worden seien. Dennoch bleibe viel zu tun. So habe es im vergangenen Jahr 193 Übergriffe auf Helfer im Kongo gegeben. Nichtstaatliche Organisationen hatten vor der Konferenz von einer menschengemachten Krise gesprochen. Ihre Kritik zielt auch auf Präsident Joseph Kabila, der weiter regiert, obwohl seine Amtszeit Ende 2016 abgelaufen ist. Mehrere Geberstaaten forderten die kongolesische Regierung ausdrücklich auf, wie versprochen bis Ende des Jahres Wahlen abzuhalten und den Übergang zu einer neuen Regierung zu ebnen.

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