Statistik
Mehr Arbeitnehmer im Krankenstand

Berlin. Die Beschäftigten in Deutschland waren 2015 länger krank als im Vorjahr. Wie aus dem am Montag in Berlin veröffentlichten Bericht der Bundesregierung "über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" hervorgeht, fehlte jeder Arbeitnehmer im Schnitt an 15,2 Tagen. 2014 waren es noch 14,4 Tage, 2013 waren es 15 Tage.

Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung ging im Vergleich zu den Vorjahren leicht zurück. Sie betrug 2015 rund 11,7 Tage, gegenüber 12,2 Tagen im Jahr 2014 und 11,8 Tagen 2013.

Den Angaben zufolge fielen im vergangenen Jahr 587,4 Millionen Arbeitstage wegen Krankheit aus - 44 Millionen mehr als 2014. Die krankheitsbedingten Produktionsausfälle beliefen sich auf 64 Milliarden Euro, sieben Milliarden mehr als im Vorjahr. Jeder Krankheitstag kostete damit 109 Euro Produktionsausfall. Im Vorjahr waren es noch 105 Euro. Je Arbeitnehmer entstand ein Produktionsausfall von 1 650 Euro.

Die meisten Krankheitstage gab es im Bereich Öffentliche Verwaltung/Verteidigung und Sozialversicherung. Je 100 Versicherten wurden 171 Krankmeldungen registriert. Es folgen die Bereiche Metallerzeugung (163) und Chemie (161). Die wenigsten Krankenfälle wurden in der Land- und Forstwirtschaft (72 Krankmeldungen je 100 Versicherte), im Gastgewerbe (74) sowie in der Informations- und Kommunikationsbranche (107) registriert.

Am längsten dauerten die Krankschreibungen in der Land- und Forstwirtschaft (14,6 Tage je Krankschreibung), im Verkehrs- und Lagerbereich (14,2) sowie in der Nahrungs- und Genussbranche (13,5). Die kürzesten Krankheits-Fehlzeiten gab es im Finanz- und Versicherungsgewerbe sowie im Bereich Erziehung und Unterricht (je 9,3 Tage).

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahr 2015 um 0,8 Prozent auf 40,3 Millionen an - und das trotz weniger stark steigender Bevölkerungszahlen. Die Zahlen der Erwerbstätigen, die regelmäßig an Wochenenden (samstags 23,7 Prozent; sonntags 13,9 Prozent), abends (24,7 Prozent) oder nachts (9,4 Prozent) arbeiten, sind nahezu konstant geblieben. Leicht gestiegen ist die Anzahl der abhängig Erwerbstätigen in Schichtarbeit, und zwar von 15,5 Prozent 2014 auf 15,8 Prozent 2015.

Die Zahlen der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ging um 1,2 Prozent auf 944 744 zurück; die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank um 5,3 Prozent auf 605. Die Unfallquote für die meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1 000 Vollarbeiter erreichte mit 23,3 einen erneuten Tiefststand.
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