02.03.2018 - 20:42 Uhr
Deutschland & Welt

Stichwahl notwendig Zwei FDP-Kandidaten, ein Ziel

Erstmals in seiner Geschichte wählt der FDP-Landesverband Bayern seinen Kopf für die Landtagswahl in einer Urwahl. Doch von den acht Kandidaten konnte keiner die Mehrheit der Basis in der ersten Runde überzeugen.

Martin Hagen, ehemaliger Landesgeschäftsführer der FDP in Bayern (links), und Albert Duin, ehemaliger Landeschef, kämpfen um den Spitzenplatz bei den Landtagswahlen. Bild: Matthias Balk/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Die Suche nach dem FDP-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 geht in die Verlängerung: Nachdem sich in der ersten Urwahl in der Geschichte des Landesverbandes keiner der acht Kandidaten durchsetzen konnte, müssen der frühere Landeschef Albert Duin und der ehemalige Landesgeschäftsführer Martin Hagen in eine Stichwahl. "Wir haben die erste Etappe hinter uns gebracht", sagte Landeschef Daniel Föst am Freitag in München. Hagen erhielt 901 Stimmen (36,6 Prozent), für Duin stimmten 751 (30,5 Prozent). Das Ergebnis der Stichwahl soll am 13. März bekanntgegeben werden.

Kür auf Parteitag

Die endgültige Kür des Spitzenkandidaten wird dann auf einem Parteitag im März erfolgen. Nach Angaben der FDP beteiligten sich 2460 der 6261 stimmberechtigten Mitglieder an der Urwahl. Föst bezeichnete die Wahlbeteiligung von 39,29 Prozent als "sehr rege Beteiligung" und einen gelungenen Start ins Wahljahr. Am 14. Oktober wird ein neuer bayerischer Landtag gewählt.

Die FDP war 2013 aus dem bayerischen Landtag geflogen - sie erreichte damals nur 3,3 Prozent der Stimmen. 2008 hatte die FDP dagegen mit 8,0 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Wahl in Bayern erzielt und war in der Folge mit der CSU eine Koalition eingegangen. Nach den aktuellen Umfragen ist der Wiedereinzug bei der Wahl am 14. Oktober aber keineswegs sicher - die Partei liegt bei den Befragungen immer knapp unter oder über der Fünf-Prozent-Hürde.

Fairer Umgang

Duin und Hagen lobten den fairen Umgang aller acht Kandidaten während der Urwahl. "Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass er so an mir vorbeizieht", sagte Duin mit Blick auf das gute Ergebnis von Hagen. Laut Hagen geht es bei der internen Abstimmung auch nicht um eine Wahl mit Gegnern in der eigenen Partei, sondern um einen Kampf für den Wiedereinzug in den Landtag. Föst zufolge kostete die Urwahl rund 23 000 Euro.

Erst nach der Festlegung auf einen Spitzenkandidaten will die FDP in die Detailplanung ihres Wahlkampfes gehen. Klar sei aber, dass die FDP "eine Modernisierungsagenda für Bayern vorlegen" werde, die nicht Regieren um jeden Preis zum Ziel habe. Wie bei den im Bund gescheiterten Jamaikaverhandlungen von Union, Grünen und FDP sei auch der bayerische FDP-Landesverband offen für Gespräche mit der CSU.

Daran ändere auch die bereits erfolgte Absage von CSU-Spitzenkandidat Markus Söder an die FDP als potenziellen Koalitionspartner nichts. "Wenn wir sehen, dass wir was umsetzen können, dann kann man mit uns rechnen", betonte Föst. Ansonsten gehe die FDP in die Opposition.

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