17.10.2017 - 22:44 Uhr
Deutschland & Welt

Streit um Unabhängigkeit: Iraks Kurden verlieren weitere Gebiete Kampflose Aufgabe

Bagdad. Einen Tag nach dem Verlust der strategisch wichtigen Stadt Kirkuk haben sich Iraks Kurden im Konflikt mit der Zentralregierung aus weiteren Gebieten zurückgezogen. Irakische Sicherheitskräfte übernahmen kampflos unter anderem die beiden Ölfelder Bai Hassan und Avana nordwestlich von Kirkuk, wie die staatliche North Oil Company am Dienstag erklärte. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen verließen die kurdischen Peschmerga-Kämpfer auch den jesidischen Ort Sindschar und die Stadt Machmur.

Einwohner kehren nach Kirkuk zurück, nachdem sie zuvor vor Kämpfen zwischen irakischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten geflohen waren. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Bereits am Montag hatten die Kurden praktisch ohne Widerstand die Stadt Kirkuk aufgegeben. Die gleichnamige Provinz gehört zu den ölreichsten im Irak. Damit haben die Kurden innerhalb von zwei Tagen fast alle Gebiete verloren, in die sie 2014 eingerückt waren, als die irakische Armee vor dem Ansturm der IS-Terrormiliz floh. Dabei handelt es sich um umstrittene Regionen, auf die die Kurden und Iraks Zentralregierung Anspruch erheben.

Die Peschmerga-Kämpfer galten bisher als einer der wichtigsten Verbündeten des Westens im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Auch Deutschland belieferte die Kurden mit Waffen und Ausrüstung, Bundeswehrsoldaten bildeten kurdische Kämpfer aus. Das Ausbildungsprogramm ist jedoch seit Freitag vorläufig ausgesetzt. (Seite 4)

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