10.01.2017 - 18:36 Uhr
Deutschland & Welt

Studie Bertelsmann-Stiftung fordert Aus für Beamten-Beihilfe

Gütersloh/Köln. Der Staat könnte laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung in den kommenden 15 Jahren rund 60 Milliarden Euro einsparen, wenn er die Beamten-Beihilfe zur Krankenversicherung abschaffen würde. Denn dafür müssten Bund und Länder künftig immer tiefer in die Tasche greifen, teilte die Stiftung am Dienstag in Gütersloh mit. Der Beamtenbund DBB und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) kritisierten die Studie heftig.

Klaus Dauderstädt, Vorsitzender des Beamtenbundes, wehrt sich gegen die Bertelsmann-Studie. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Beamte fallen nicht unter dieselbe Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse wie Arbeitnehmer, die ab einem Jahresbrutto- einkommen von 57 600 Euro (2017) befreit sind. Da der Staat für Beamte über die Beihilfe die Hälfte - bei Pensionären 70 Prozent - der Krankheitskosten übernimmt, hätten sie oft günstigere Prämien bei der privaten Versicherung. Auch deswegen seien rund 85 Prozent der Staatsdiener privat versichert, so die Stiftung. Der Studie zufolge werden sich die jährlichen Ausgaben für die Krankenversorgung von Beamten und Pensionären bis 2030 auf geschätzte 20,2 Milliarden Euro fast verdoppeln.

DBB-Chef Klaus Dauderstädt wies den Vorstoß der Bertelsmann-Stiftung in Köln entschieden zurück: "Ich kann nur allen dringend raten, den Beipackzettel einer solchen Reform gründlich zu lesen und auf die vielen Risiken und Nebenwirkungen zu achten." Die Beihilfe gehöre zum Gesamtpaket der Alimentation von Beamten durch ihren Dienstherrn. Nur dadurch werde die Wettbewerbsfähigkeit mit der Wirtschaft sichergestellt. PKV-Direktor Volker Leienbach verwies darauf, dass die Stiftung die verfassungsrechtlichen Fundamente des geforderten Umbaus der Gesundheitsabsicherung nicht geprüft habe. "Eine solche 'Studie' ist auf Sand gebaut und kann schon im Ansatz nicht ernst genommen werden."

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