Südafrika: Vizepräsident Cyril Ramaphosa soll Jacob Zuma beerben
"Unsicherheit rasch beenden"

Johannesburg. Südafrikas Regierungspartei ANC hat den umstrittenen Staatschef Jacob Zuma offiziell zum Rücktritt aufgefordert. Der Staatschef müsse im Interesse des Landes rasch seinen Amtsverzicht erklären, sagte Generalsekretär Ace Magashule am Dienstag. Ihm solle der im Dezember neu gewählte Parteivorsitzende und bisherige Vizepräsident Cyril Ramaphosa (65) nachfolgen. Dies sei das Ergebnis einer 13-stündigen Marathonsitzung des erweiterten Vorstands des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) vom Montag. Der 75-Jährige Zuma steht im Zentrum massiver Korruptionsvorwürfe. Zuma habe dem Vorstand angeboten, innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate zurückzutreten. Dies sei jedoch abgelehnt worden, um Südafrikas gegenwärtige Phase der "Unsicherheit und Angst" rasch zu beenden. Zuma sei kein klares Ultimatum gestellt worden, sagte Magashule. Der erweiterte Parteivorstand "hält dies für eine dringliche Angelegenheit, deshalb muss sie auch dringend behandelt werden", sagte Magashule. Zuma werde sich wohl am Mittwoch äußern. Der ANC wolle den Übergang "mit größtmöglicher Würde gestalten", erklärte Magashule weiter. Die Rücktrittsaufforderung hat theoretisch keine rechtliche Wirkung. Praktisch kann sich der Präsident nun aber nicht mehr an der Macht halten. Die ANC-Führung verhandelte seit vergangener Woche mit Zuma über seinen Rücktritt. Dieser weigerte sich auch nach der Entscheidung des Parteivorstands vom Montag noch, umgehend freiwillig zurückzutreten. Daraufhin entschied der Vorstand, ihn offiziell zum Rücktritt aufzufordern. Sollte er dies nicht tun, droht ihm ein Amtsenthebungsverfahren.

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