Süddeutsche Zeitung
Pressestimmen

Das Blatt aus München schreibt zum russischen Konvoi in der Ukraine:

Dass Kiew jetzt von einer "Invasion" spricht, ist eine Übertreibung und eine Verharmlosung zugleich. Nicht die weißlackierten Armeelaster mit Zucker, Wasser und Grütze an Bord greifen die Ukraine an. Die Vorstellung, Russland verstecke Waffen in einem Hilfskonvoi, der vor den Augen der Welt gefilzt wird, ist abwegig. Der Konvoi versteckt etwas anderes, nämlich dass die russische Invasion in der Ostukraine seit Wochen im Gang ist. Während die Welt von dieser weißen Schlange hypnotisiert ist, gelangen Nacht für Nacht Panzer, Granatwerfer, Luftabwehrgeschütze und Kämpfer aus Russland über die offene Grenze in die Ukraine.

Stuttgarter Zeitung

Das Blatt kommentiert den neuen Organspende-Skandal:

Es wäre grundfalsch, angesichts des jüngsten Organspendeskandals in Berlin zu schlussfolgern, die Manipulationen nähmen kein Ende. Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn erstens haben schon in der Vergangenheit die allermeisten korrekt gearbeitet. Das ergab jedenfalls eine Überprüfung der Bundesärztekammer. Und zweitens zeigt der aktuelle Fall, dass die 2012 verschärften Regeln und Kontrollen offenbar wirken. Die möglichen Schummeleien wurden entdeckt, die Aufklärung läuft.

Frankfurter Rundschau

Die Zeitung meint zu den Fehlern in Thüringen bei der Jagd nach dem NSU:

Ein "failed state" erfüllt seine grundlegenden Funktionen nicht. Grundlegend ist, den Bürgern Schutz zu gewähren. Vor Verbrechern, vor Feinden der Demokratie, vor Rassisten, vor Mördern. Dabei hat Thüringen versagt. Das Land konnte weder seinen chaotischen Verfassungsschutz noch die in Teilen desolate Polizei kontrollieren. Es spricht für Thüringen, dass dieses womöglich absichtliche Versagen untersucht wurde. Ein einmaliger Skandal wurde so aufgearbeitet. Einmalig? In Hessen behindert der Verfassungsschutz seit Jahren die Polizei bei der Aufklärung des Mordes an Halit Yozgat. Anders als in Thüringen müht sich hier die Polizei, ihre Aufgabe zu erfüllen. Die hessische Landesregierung aber deckt den Verfassungsschutz. In Hessen versagt nicht nur eine Behörde, hier versagt eine Regierung.
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