03.05.2017 - 21:06 Uhr
Deutschland & Welt

Syrien: Erdogan und Putin für Schutzzonen

Russland und die Türkei nähern sich weiter an. In Syrien wollen Erdogan und Putin das Leid der Zivilisten verringern. Auch die Sanktionen beider Länder sollen ein Ende finden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (links) und der russische Präsident Wladimir Putin wollen die Beziehungen beider Länder normalisieren. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Sotschi. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Präsident Wladimir Putin wollen mit Schutzzonen das Blutvergießen in Syrien eindämmen. Nach einem Treffen am Mittwoch in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi sagte Erdogan, solche Zonen wären ein "Schlüssel", um das Blutvergießen in Syrien zu stoppen. "Wir müssen solche Mechanismen finden, die ein Ende des Blutvergießens garantieren", sagte Putin. Darin stimme er mit dem türkischen Präsidenten überein und darüber habe er auch am Vorabend mit US-Präsident Donald Trump gesprochen. Dies sei eine der wichtigsten Fragen der Syrien-Gespräche, die am Mittwoch und Donnerstag in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Allerdings setzten die Rebellen ihre Teilnahme an den Gesprächen aus Protest gegen fortlaufende Angriffe der Regierungstruppen aus.

Erdogan sagte, er sei sich mit Putin einig, dass die Verantwortlichen des Giftgasangriffs Anfang April in der Stadt Chan Scheichun zur Verantwortung gezogen werden müssten. "Niemand sollte mit einem so grausamen Angriff davonkommen." Die Türkei, die USA und andere Regierungen im Westen machen für diesen Angriff mit mehr als 80 Toten die syrische Regierung verantwortlich. Russland beschuldigt die Rebellen.

Erdogan forderte eine Durchsetzung der im Dezember vereinbarten Waffenruhe in Syrien, die auf Initiative der Schutzmächte Russland, Türkei und Iran zustande kam. Erdogan warf "manchen Parteien" vor, diesen Prozess sabotieren zu wollen. Der türkische Präsident nannte die Terrormiliz IS und das Terrornetz Al Kaida, aber auch die syrischen Kurden-Milizen der YPG "Vampire", die sich "von Blut und Tränen" ernährten.

Russland und die Türkei einigten sich zudem darauf, die Beziehungen weiter zu normalisieren. Der Abschuss eines russisches Kampfjets durch die Türkei im Jahr 2015 hatte die Beziehungen schwer belastetet. Erst 2016 entspannten sich die Beziehungen. Putin betonte nun, dass die Beziehungen zur Türkei wieder zurück auf dem alten Stand seien. "Wir können mit Überzeugung feststellen, dass die Periode der Wiederherstellung abgeschlossen ist." Erdogan äußerte sich zufrieden über den Stand der politischen Beziehungen.

Beide Länder einigten sich auf eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen. "Wir haben uns auf eine umfassende Lösung verständigt", sagte Putin. Die Sanktionen gegen türkische Waren und Dienstleistungen würden in naher Zukunft aufgehoben.

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