11.04.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Syrien Trump droht Regim evon Assad

Das Säbelrasseln der großen Akteure im Syrienkrieg wird immer lauter - und bringt das Verhältnis der USA zu Russland auf einen neuen Tiefpunkt. US-Präsident Trump wendet sich direkt an Moskau und kündigt einen Angriff auf das vom Kreml gestützte Syrien an.

von Agentur DPAProfil

Washington. Im Syrienkrieg droht eine militärische Konfrontation zwischen den Großmächten USA und Russland. Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien steht womöglich ein US-Rakentenangriff in dem Bürgerkriegsland bevor. US-Präsident Donald Trump twitterte am Mittwoch: "Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach' dich bereit, Russland, denn sie werden kommen". Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, hatte zuvor erklärt, dass Russland - ein Verbündeter Syriens - jede US-Rakete auf syrischem Hoheitsgebiet abfangen werde.

Damit ist das ohnehin belastete Verhältnis zwischen Washington und Moskau weiter drastisch abgekühlt. Trump ging am Mittwoch sogar noch einen Schritt weiter: "Unser Verhältnis zu Russland ist jetzt schlechter, als es das je war, und das schließt den Kalten Krieg mit ein", schrieb der US-Präsident auf Twitter. Trump gab Russland eine Mitschuld für eine Eskalation des Konflikts. Moskau dürfe sich nicht mit einem "Tier" verbünden, das mit Gas töte, fügte der US-Präsident hinzu und meinte damit offensichtlich den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Die USA machen Assads Regierung für den mutmaßlichen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta verantwortlich und haben bereits in den vergangenen Tagen mit militärischen Schritten gedroht. Die syrischen Streitkräfte räumten am Mittwoch weitere Stützpunkte. Unter diesen sei auch die Militärbasis Dmeir, von der aus Luftangriffe der Regierung auf die belagerte Rebellenhochburg Ost-Ghuta ausgeführt wurden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bereits am Dienstag hatte die syrische Armee begonnen, sich von einigen Stützpunkten zurückzuziehen, um einer amerikanischen Attacke weniger Angriffsfläche zu bieten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gab der syrischen Regierung am Mittwoch eine mögliche Verantwortung für den Angriff. "Es gibt schwere Indizien, die in Richtung des syrischen Regimes zeigen. Auf der Grundlage werden dann auch die weiteren Bewertungen durchgeführt werden." An Spekulationen über einen Militärschlag wollte sich Merkel aber nicht beteiligen. Sie bedauerte, dass der UN-Sicherheitsrat keine Resolution zustande gebracht hat. Dagegen sprach sich der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, der Bundestagsabgeordnete Peter Beyer (CDU), hat sich für eine US-Vergeltungsaktion in Syrien aus. "Ich halte es für richtig, dass man mit einem Militärschlag auf den Chemiewaffeneinsatz reagiert", sagte er den Zeitungen "Südwest Presse" und "Märkische Oderzeitung" (Donnerstag).

Russland betont, die Rebellen hätten den Angriff inszeniert. Die russische Regierung rief die USA zur Besonnenheit auf. Der russische Botschafter Sassypkin ging weiter: "Sollte es einen Angriff vonseiten Amerikas geben ..., werden die Raketen abgeschossen und die Objekte angegriffen, von denen sie abgefeuert wurden", sagte er laut der Agentur Interfax im libanesischen Fernsehen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht deutliche Anzeichen für einen Giftgaseinsatz. Die Symptome der rund 500 Betroffenen in Duma entsprächen einer Belastung mit giftigen Chemikalien, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Die UN-Organisation stützt sich auf Angaben von Gesundheitspartnern vor Ort. Unterdessen übernimmt ausgerechnet Syrien demnächst für einen Monat turnusgemäß den Vorsitz bei der Genfer Abrüstungskonferenz (CD) unter dem Dach der Vereinten Nationen. Von der Konferenz war einst das Verbot von Chemiewaffen ausgehandelt worden.

Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach' dich bereit, Russland, denn sie werden kommen, schön und neu und "smart!" Du solltest Dich nicht mit einem Tier verbünden, das mit Gas mordet, und sein Volk tötet und sich daran erfreut.Die Drohung von US-Präsident Donald Trump auf Twitter.
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