13.03.2018 - 22:00 Uhr
Deutschland & Welt

Syrien Türkische Truppen kesselt kurdische Stadt Afrin ein

Damaskus. Knapp zwei Monate nach Beginn ihrer Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien haben die türkischen Streitkräfte die Stadt Afrin eingekesselt. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Dienstag, der Belagerungsring sei am Vortag geschlossen worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, mehr als 300 000 Menschen seien nun in der Region eingeschlossen.

von Agentur DPAProfil

In Afrin hatte sich die humanitäre Lage in den vergangenen Wochen immer mehr zugespitzt. Bereits in den vergangenen Tagen waren nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter Tausende vor der türkischen Offensive geflohen. Die humanitäre Lage sei auch schwierig, weil die Strom- und Wasserversorgung in Afrin unterbrochen sei. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan warf der YPG vor, "Zivilisten als lebendige Schutzschilde" zu missbrauchen. Die türkischen Streitkräfte hätten bei ihrer Operation bislang "3400 Terroristen neutralisiert", sagte er in Ankara. "Und wir stehen knapp davor, in Afrin einzumarschieren."

Im Rebellengebiet Ost-Ghuta im Osten der Hauptstadt Damaskus sind rund 400 000 Menschen von Regierungstruppen eingeschlossen. Wegen der Kämpfe und der Blockade ist die humanitäre Lage dort ebenfalls katastrophal. Erstmals verlies eine größere Zahl von Zivilisten Ost-Ghuta. Mehr als 150 Menschen wurden in die Hauptstadt Damaskus gebracht.

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