26.07.2017 - 20:16 Uhr
Deutschland & Welt

Terrorhelfer verurteilt: Fünfeinhalb Jahre Haft für Islamist Sven Lau

Einer der bekanntesten deutschen Islamisten, Sven Lau, ist als Terrorhelfer verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht zeigt sich von der Schuld des 36-Jährigen überzeugt.

Sven Lau steht in einem Gerichtssaal im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
von Agentur DPAProfil

Düsseldorf. Der Islamist Sven Lau ist als Terrorhelfer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 36-Jährigen am Mittwoch der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig. Er habe die islamistische Miliz Jamwa unterstützt. Lau gehört gemeinsam mit Pierre Vogel zu den bekanntesten Gesichtern des radikalen Islam in Deutschland. Der 36-Jährige gilt auch als Initiator der "Scharia-Polizei", die im Jahr 2014 durch Wuppertal zog und bundesweit für Empörung sorgte.

Die Bundesanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre Haft für Lau gefordert. Er habe den Dschihad in Syrien von Deutschland aus unterstützt und dabei unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe agiert. So habe er Terroristen in Syrien Islamisten als Kämpfer vermittelt, außerdem habe er etwa drei Nachtsichtgeräte beschafft. Der Terrormiliz Jamwa gehe es um die Errichtung eines Kalifatstaates, so die Bundesanwaltschaft. Teile der Gruppe hätten sich inzwischen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Lau habe zudem - unterstützt von Pierre Vogel - ein salafistisches Netz in Deutschland aufgebaut und beherrscht.

Laus Verteidiger Mutlu Günal hatte einen Freispruch beantragt. Lau sei von einem verurteilten Terroristen und notorischen Lügner belastet worden, der sich davon offenbar verspreche, früher aus dem Gefängnis freizukommen, argumentierte der Verteidiger. Lau hat bislang 22 Monate in Untersuchungshaft gesessen.

Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Mecklenburg-Vorpommern sind mehrere Personen in Gewahrsam genommen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft durchsuchte die Polizei am Mittwoch mehrere Objekte in der Stadt Güstrow und Umgebung. Die Ermittlungen richteten sich gegen drei Beschuldigte, die der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt werden, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Stefan Biehl, in Karlsruhe. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) sprach von einem "Schlag gegen islamistischen Terror".

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