24.11.2017 - 21:50 Uhr
Deutschland & Welt

Terrorismus: Verheerender Anschlag auf Moschee

Kairo. (dpa/KNA/paa) Bei einem Anschlag auf eine Moschee auf der ägyptischen Halbinsel Sinai sind mindestens 235 Menschen getötet und 125 verletzt worden. Wie es aus Sicherheitskreisen hieß, legten Angreifer zunächst mehrere Sprengsätze rund um die Al-Rawdah-Moschee in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch und zündeten sie, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet herauskamen. Anschließend hätten sie auf Flüchtende geschossen.

Verstört stehen Gläubige in Bir al-Abd in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch auf dem Sinai vor der Al-Rawdah-Moschee. Bei einem Anschlag auf das Freitagsgebet wurden 239 Menschen getötet. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Zeugen sagten, die Angreifer hätten militärische Kleidung getragen und seien mit Allrad-Fahrzeugen geflüchtet, berichtete der arabische Sender Al-Arabiya im Internet. In sozialen Medien wurde die Zahl von 15 Terroristen genannt. Mit ihnen sollen sich ägyptische Soldaten laut Al-Arabiya in der Nähe des Ortes Rwada Gefechte geliefert haben.

Auf Bildern, die nach dem Anschlag in den sozialen Netzwerken geteilt wurden, sind zahlreiche Körper zu sehen, die im Innern einer Moschee auf dem Boden liegen und teils mit Decken oder Kleidungsstücken abgedeckt sind. Der grüne Teppichboden der Moschee ist voller Blutflecken. Auf anderen Fotos werden Menschen in Krankenwagen und auf der offenen Ladefläche von Autos weggefahren. Sicherheitskräfte seien derzeit auf der Suche nach den Angreifern und würden sie in der Umgebung der Moschee verfolgen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Der ägyptische Staat erklärte eine dreitägige Trauerzeit für die Opfer des Angriffs. Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor allem Sicherheitskräfte sind im Visier der Islamisten. Militär und Polizei gehen in der Region massiv gegen Terroristen vor. Bei Razzien kommt es häufig zu Schusswechseln. Die Region im Norden der Halbinsel ist zu großen Teilen militärisches Sperrgebiet.

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