04.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Terroristen drohen auch mit Ermordung von britischer Geisel Weltweites Entsetzen

US-Präsident Barack Obama will die Enthauptung des US-Journalisten Steven Sotloff durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht ungesühnt lassen. "Wir werden für Gerechtigkeit sorgen", sagte Obama am Mittwoch bei einem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn. "Wir werden nicht vergessen, und unsere Reichweite ist groß."

Journalist Steven Sotloff (Archivbild von einem Besuch in Manama) ist die zweite US-Geisel, die von der IS-Terrormiliz ermordet wurde. US-Präsident Barack Obama versprach, die entsetzliche Tat zu sühnen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die USA und Großbritannien bestätigten, dass ein IS-Video mit der Enthauptung Sotloffs authentisch sei. Das Video zeigt, wie ein in schwarz gekleideter und vermummter Mann ein Messer an den Hals seines Opfers setzt. Der britische Außenminister Philip Hammond sagte, der mutmaßliche Täter sei wohl derselbe IS-Kämpfer, der auch in einem Video mit der Enthauptung des US-Reporters James Foley vor zwei Wochen zu sehen war. Die neuen Aufnahmen lösten weltweites Entsetzen aus. Obama sagte, nach dem "entsetzlichen Gewaltakt" trauere ganz Amerika mit Sotloffs Familie.

Mehr Soldaten im Irak

In dem Video drohten die Täter auch mit dem Mord an einer britischen Geisel. Großbritanniens Premierminister David Cameron bekräftigte, sein Land lasse sich nicht einschüchtern. "Wenn sie denken, dass wir angesichts ihrer Drohungen schwach werden, dann irren sie sich", sagte er. Sein Land werde aber alles tun, um die Geisel zu retten. Angesichts der Bedrohung durch Extremisten bauen die USA ihr militärisches Engagement im Irak aus. Die US-Regierung will weitere 400 Soldaten in das Land schicken. Davon sollten 350 Soldaten den Schutz der US-Botschaft in Bagdad verstärken, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums mit. Berichte, dass deutsche KSK-Soldaten im Irak im Einsatz sein sollen, wurden vom Bundesverteidigungsministerium in Berlin dementiert. Heute soll aber erstmals militärische Ausrüstung aus Deutschland in den Irak geliefert werden.

16 Zivilisten getötet

Im Irak konnten kurdische Einheiten einen weiteren Vormarsch der IS-Kämpfer mit Hilfe von US-Luftschlägen vorerst aufhalten. In Syrien wurden bei einem Luftangriff der Armee nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 16 Zivilisten, darunter zehn Kinder, getötet. Die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad beschuldigte jedoch den IS des Angriffs.

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