30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Terrormiliz kündigt in Schreiben an Familie Tötung weiterer Geiseln an E-Mail voller Hass

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat laut einem Medienbericht kurz vor der Ermordung des US-Reporters James Foley eine hasserfüllte E-Mail an dessen Eltern geschickt. Darin kündigen die Extremisten die Bluttat als Vergeltung für die US-Luftangriffe im Nordirak an.

von Agentur DPAProfil

Das berichtete die amerikanische Nachrichtenseite Globalpost am Donnerstagabend (Ortszeit). Die Terroristen hatten den Journalisten Anfang dieser Woche enthauptet.

Die Familie habe der Veröffentlichung der Mail vom 12. August zugestimmt, schreibt die Nachrichtenseite, für die Foley unter anderem arbeitete. Sie sei als "Botschaft an die amerikanische Regierung" deklariert. Wörtlich heißt es demnach: "Ihr habt viele Möglichkeiten bekommen, über die Freilassung eurer Bürger gegen Geldtransaktionen zu verhandeln, so wie es andere Regierungen akzeptiert haben." Laut "New York Times" hatten die Terroristen 100 Millionen Euro Lösegeld gefordert. In dem Schreiben deuten die IS-Terroristen an, dass weitere amerikanische Geiseln getötet werden könnten. US-Medien zufolge wird davon ausgegangen, dass drei andere Amerikaner in der Gewalt der Extremisten sind.

Papst Franziskus rief derweil Foleys Eltern an und drückte ihnen seine Anteilnahme aus. Beeindruckt gewesen sei der Papst bei dem Gespräch von dem starken Glauben, den die katholische Mutter Foleys bewiesen habe, teilte der Vatikan mit. Franziskus sprach in Englisch und Spanisch auch mit dem Vater und einem weiteren Familienangehörigen. Alle hofften, dass solche tragischen Ereignisse sich nicht wiederholten. Der getötete Reporter war gläubig. Er hatte bei den Jesuiten studiert. Die US-Regierung schließt unterdessen Luftangriffe auf die IS auch in Syrien nicht mehr aus. "Wir denken über alle Optionen nach", erklärte Verteidigungsminister Chuck Hagel. Die Miliz sei eine extreme Bedrohung für die USA und "weit mehr als eine Terrorgruppe". Sie sei "so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere". Generalstabschef Martin Demspey erklärte, die Organisation könne nicht besiegt werden, ohne ihre Teile in Syrien ins Kalkül zu ziehen.

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