Todesliste mit Namen aus linker Szene angelegt
Polizist unter Terrorverdacht

Schwerin/Karlsruhe. Wegen Terrorverdachts sind am Montag in Mecklenburg-Vorpommern Arbeits- und Geschäftsräume von zwei Verdächtigen durchsucht worden. Die beiden Männer, darunter ein Polizist, sollen geplant haben, Vertreter des linken Spektrums zu töten, teilte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mit. Dazu sollen sie eine Liste mit Namen angelegt haben.

Der verdächtigte Polizist sei Beamter bei der Polizeiinspektion Ludwigslust, teilte das Innenministerium in Schwerin ergänzend mit. Gegen ihn seien gleichzeitig disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden. Eine Sprecherin des Ministeriums betonte, es handele sich um einen Anfangsverdacht. Ein dringender Tatverdacht bestehe nicht. Festnahmen gab es bislang nicht.

Den Ermittlern zufolge befürchteten die Verdächtigen als Folge der aus ihrer Sicht verfehlten Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik eine Zunahme von Anschlägen bis hin zum Zusammenbruch der staatlichen Ordnung. Für diesen Fall sollen sie sich bereits mit Lebensmitteln sowie mit Munition für ihre legal beschafften Waffen eingedeckt haben. Die Verdächtigen werden dem rechten Spektrum zugeordnet. Sie waren in Internet-Chats aufgefallen. Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums fanden Durchsuchungen auch bei Personen statt, die als nicht tatverdächtige Dritte geführt werden. Darunter befinde sich auch ein weiterer Polizeibeamter des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ist die rechtsextreme Szene im Nordosten Deutschlands dort gewachsen. Der Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern für 2015 gibt die Zahl der Rechtsextremisten mit rund 1450 an, 50 mehr als im Jahr davor. Davon sollen 680 Personen gewaltorientiert sein, 30 mehr als zuvor. Bundesweit wurde 2015 die Zahl der Rechtsextremisten auf 22 600 geschätzt.
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