11.03.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Treffen mit Nordkorea Trump setzt auf "unglaublichen Erfolg"

Geht es nach Donald Trump, dann steht einem Erfolg der geplanten Atom-Gespräche mit Nordkorea kaum noch etwas im Wege. Aber viele Zweifel bleiben. Tappt der US-Präsident in eine Falle?

"Ich glaube, sie wollen Frieden schließen." Zitat: US-Präsident Donald Trump über Nordkorea
von Agentur DPAProfil

Washington/Seoul. Donald Trump erwartet trotz verbreiteter Skepsis bei dem geplanten Atomgipfel mit Nordkorea "einen unglaublichen Erfolg". Das sagte der US-Präsident am Samstagabend - zwei Tage, nachdem er ein Angebot des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un zu einem Treffen überraschend schnell angenommen hatte. "Wir haben eine Menge Unterstützung. Deshalb glaube ich, dass das mit Nordkorea sehr gut laufen wird (...). Sie wollen denuklearisieren. Und das ist großartig", sagte er. Im vergangenen Jahr hatte er Kim noch als "little rocket man" verspottet. Der hatte sich revanchiert und Trump einen "geisteskranken Greis" genannt.

Zweifel an den Erfolgsaussichten des Treffens waren deshalb verbreitet. Der "New Yorker" fragte: "Eine unfassbare Fotogelegenheit für den TV-Präsidenten schlechthin - aber was kommt danach?" Ein Gipfel stehe üblicherweise am Ende eines politischen Prozesses und nicht an dessen Anfang. CNN nannte Kims Gesprächswunsch die "von einer Charmeoffensive vorgeglühte, weit aufgespannte Falle eines Diktators". Die "New York Times" meinte, Trump lasse sich mitreißen von seinem dringenden Wunsch, alleine Geschichte schreiben zu wollen. Daran seien schon andere gescheitert.

Der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, Chung Eui Yong, würdigte Nordkoreas Machthaber am Sonntag für "seine mutige Entscheidung". Moon und Trump seien entschlossen, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen und Frieden zu schaffen, wurde Chung von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Trump zeigte sich mit Blick auf die nordkoreanischen Absichten höchst optimistisch: "Ich glaube, sie wollen Frieden schließen." Bereits zuvor hatte er via Twitter erklärt, er glaube den nordkoreanischen Zusagen im Vorfeld des bis Mai geplanten Gipfels. "Nordkorea hat seit dem 28. November 2017 keine Raketentests mehr durchgeführt und versprochen, das während unserer Treffen weiter so zu halten", twitterte der Republikaner. "Ich glaube, sie werden dieser Verpflichtung nachkommen!"

Der US-Präsident versuchte damit offenbar den verbreiteten Zweifeln daran entgegenzutreten, dass Kim wirklich ernsthaft über eine Denuklearisierung sprechen will. Auch in Deutschland warnten Experten vor überzogenen Erwartungen. Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, sagte der "Bild"-Zeitung, miteinander zu reden könne die heikle Lage auf der koreanischen Halbinsel etwas entspannen. Am Ende müsse es aber darum gehen, dass Nordkorea sein nukleares Rüstungsprogramm aufgebe.

Wo sich Trump und Kim treffen könnten, ist bisher unbekannt. In Kreisen des Präsidialamts in Seoul wurden am Sonntag die Schweiz, Schweden, die südkoreanische Insel Jeju und der Grenzort Panmunjom zwischen Süd- und Nordkorea genannt. Als sicher gilt nur, dass Kim als Machthaber seit 2011 noch nie sein Land verlassen hat. Er ging aber in der Schweiz zur Schule.

Ich glaube, sie wollen Frieden schließen.US-Präsident Donald Trump über Nordkorea
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