11.02.2018 - 22:22 Uhr
Deutschland & Welt

Trump mit Mitgefühl für beschuldigte Männer Kein Wort zu Opfern

Washington. Donald Trump hat anscheinend Mitleid mit Männern, die häuslicher Gewalt oder sexueller Übergriffe beschuldigt werden. Nach dem jüngsten Rücktritt von zwei Mitarbeitern, denen Ex-Ehefrauen Misshandlungen vorgeworfen hatten, beklagte der US-Präsident am Samstag via Twitter, dass "das Leben von Menschen durch bloße Anschuldigungen zerstört" werde. Zugleich betonte er, dass diese Personen Anspruch auf "Rechtsstaatlichkeit" hätten.

von Agentur DPAProfil

Auf die Opfer gewalttätiger Angriffe ging Trump mit keiner Silbe ein. Wie bereits am Freitag: Da hatte er bedauert, dass einer der Zurückgetretenen, Rob Porter, eine "harte Zeit" durchmache - und dazu auch noch die Hoffnung geäußert, dass eine "großartige Karriere" vor diesem Mann liege. Porter, der im Weißen Haus als "Assistent für politische Koordination" arbeitete, war gleich von zwei Ex-Frauen beschuldigt worden, sie misshandelt zu haben.

Die Äußerung löste nicht nur bei Trumps politischen Gegnern Kritik aus. Auch mehrere Republikaner wie der Abgeordnete Charles Dent mahnten den Präsidenten, "an die Opfer zu denken". Die Demokratin Jackie Speier, eine Wortführerin im Kampf gegen sexuelle Belästigung im US-Kongress, sagte, ihr habe sich der Magen umgedreht, als sie den Tweet gesehen habe. "Die New York Times" merkte an, dass Trump Zweifel an der gesamten #MeToo-Bewegung habe.

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.