02.03.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Trump provoziert globalen Handelskrieg EU bereitet Gegenmaßnahmen vor

Wieder löst der US-Präsident Schockwellen aus. Seine Ankündigung von Strafzöllen auch auf Stahlimporte wird weltweit kritisiert. Die Gegenreaktion der EU könnte schon bald folgen.

"Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden." Zitat: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
von Agentur DPAProfil

Washington/Brüssel. Die Top-Wirtschaftmächte steuern wegen der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte auf einen globalen Handelskonflikt zu. Europa, aber auch Kanada, Brasilien, Mexiko sowie China kündigten Gegenmaßnahmen an und mahnten Washington zur Zurückhaltung. Die EU-Kommission könnte bereits am kommenden Mittwoch Vergeltungsmaßnahmen einleiten.

"Einfach zu gewinnen"

Trump verteidigte am Freitag sein Vorgehen und zeigte sich von der Aussicht eines "Handelskriegs" unbeeindruckt. Wenn ein Land viele Milliarden Dollar im Handel mit praktisch jedem Land verliere, mit dem es Geschäfte macht, "dann sind Handelskriege gut - und einfach zu gewinnen", schrieb Trump im Nachrichtendienst Twitter: "Beispiel: Wenn wir ein 100-Milliarden-Dollar-Defizit mit einem Land haben und sie das ausnutzen, handeln wir nicht mehr - und machen einen Riesengewinn. Es ist so einfach!" Trump will die heimische Stahlindustrie mit Strafzöllen auf alle Stahlimporte in Höhe von 25 Prozent abschirmen. Auf Aluminium-Einfuhren sollen 10 Prozent erhoben werden. Damit werden Importe in die USA teurer. Mit seinen Maßnahmen will Trump die schwächelnde heimische Industrie wieder aufpäppeln.

EU arbeitet an Gegenschlag

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte die US-Pläne. "Die Bundesregierung lehnt solche Zölle ab", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Ein "Handelskrieg" könne "in überhaupt niemandes Interesse sein", auch nicht in dem der US-Wirtschaft. Der weltgrößte Stahlproduzent China forderte die USA zur Zurückhaltung bei der Nutzung von Instrumenten des Handelsschutzes auf und mahnte Washington, sich an Handelsregeln zu halten.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker drohte: "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden." Er zweifelte die US-Begründung an, die Zölle dienten der nationalen Sicherheit. Die EU-Kommission will sicherstellen, dass die US-Strafzölle nicht dazu führen, dass nun Dumping-Stahl aus China den EU-Markt überflutet. EU-Experten arbeiten zudem seit Monaten an einer Liste mit US-Produkten, die als Reaktion auf Abschottungsmaßnahmen mit zusätzlichen Zöllen belegt werden könnten. Kommentar und Seite 4

Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden.EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

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